Ein gigantischer Aufwand

Die Vorbereitungen zum Großenhainer Tag der Sachsen gehen in die letzte Phase.

Von Thomas Riemer

Nur noch reichlich ein Monat bleibt – dann feiert Großenhain den Tag der Sachsen. Bis zum größten Volksfest des Freistaates erwartet die Organisatoren um das Projektteam von Jörg Withulz und den Leiter des Geschäftsbereichs Stadtkultur und Ordnung im Großenhainer Rathaus, Matthias Schmieder, vor allem eins: Arbeit. Um die 300000 Besucher werden zum Sachsentag in die Röderstadt kommen. Kann das Städtchen diesen Andrang bewältigen? Bei einer Bürgerversammlung gab’s jetzt die wichtigsten Informationen. Das Fazit: Prinzipiell könnte der Tag der Sachsen sofort beginnen, so der Anschein. Auf dem Papier und in den Köpfen der Veranstalter steht das Konzept. Wie es aussieht – hier die wichtigsten Eckpunkte:

► Das Festgelände

 „Ein maßstäblicher Plan für das Festgelände liegt jetzt vor“, so Matthias Schmieder. Jeder Verkaufsstand, jede Bühne, jedes Zelt – und auch jeder Standort für nötige Zusatzstromerzeuger sowie Toiletten sind darauf vermerkt. Vieles sei dabei zu beachten gewesen, so Schmieder. Vor allem musste man den Bewohnern der Innenstadt Rechnung tragen, „damit jeder auch noch an seine Haustür kommt“. Beispiel Stromversorgung: Trotz eines sehr guten Zustandes des städtischen Netzes müssen voraussichtlich 13 zusätzliche Aggregate installiert werden. „Wir haben ja quasi noch eine halbe Stadt dranzuhängen“, so Schmieder. Dass die Geräte während der drei Festtage im September 24 Stunden im Einsatz sind und in dieser Zeit unentwegt „brummen“, ist nur eine der vielen zusätzlichen Belastungen, die die Großenhainer zum Tag der Sachsen hinnehmen müssen. Für die Innenstadt herrscht quasi Ausnahmezustand. Jeder Quadratmeter ist verplant. Neben einem inneren gibt es einen äußeren Sperrkreis. Die Einheimischen sollten sich für die Festtage inklusive der Vorbereitungswoche mehr oder weniger von der Nutzung ihrer Autos verabschieden. Selbst mit der gepriesenen Vignette ist nur eine sehr eingeschränkte Bewegung in den Außenbezirken möglich. Knapp 20 Bühnen sorgen für Dauerunterhaltung und -beschallung – bis zwei Uhr nachts darf dies per Sondergenehmigung an den Festtagen so sein.

Das Verkehrskonzept

Das unmittelbare Stadtgebiet Großenhains ist bis auf ganz wenige Ausnahmen für den Autoverkehr tabu. Ein Verkehrschaos soll trotzdem vermieden werden. Dafür sorgen zunächst einmal die beiden Großraumparkplätze auf dem Großenhainer Flugplatz sowie auf einer extra hergerichteten Ackerfläche an der B 101 aus Richtung Priestewitz. „Der Durchgangsverkehr auf der B 98 ist gewährleistet“, verspricht Matthias Schmieder. Gäste aus Richtung Süden – also unter anderem aus Meißen und Umgebung - werden auf den Priestewitzer Parkplatz umgeleitet. Aus der Nordperipherie führt ein ausgeklügeltes System die Besucher zum Flugplatz. Dieser Parkplatz ist insbesondere auch Gästen aus Richtung Riesa sowie von der Autobahn 13 kommend vorbehalten. Die Einfahrt von der B 101 wird in den nächsten Tagen umgebaut – dann wird es dort sogar sechsspurig. Von beiden Parkplätzen wird ein laufender Bus-Shuttle-Verkehr in die Innenstadt organisiert. Die Nutzung ist in den zehn Euro Parkgebühr enthalten, die außerdem zum Besuch sämtlicher Einrichtungen und Veranstaltungen berechtigen. Nur für die Verpflegung müssen die Sachsen selbst aufkommen, so Matthias Schmieder.

► Öffentliche Nahverkehrsmittel

Ein „Belastungstest“ höchsten Grades ist für den Cottbuser Bahnhof zu erwarten. Die Deutsche Bahn hat für den Tag der Sachsen erhöhte Kapazitäten angekündigt. So fahren Züge zwischen Dresden und Elsterwerda im Stundentakt, werden S-Bahnen im Dresdner Raum an die Anschlüsse nach Großenhain angepasst. Der Busbahnhof am Cottbuser Bahnhof dagegen wird bereits am 4. September dichtgemacht. Busse fahren dann in Höhe der Autohäuser auf der Meißner Straße ab, werden zumindest in Großenhains Innenstadt teilweise auch auf veränderten Routen unterwegs sein. Überhaupt nicht zu prognostizieren ist die Funktionalität der Stadtbuslinie. Da spätestens am 1. September überall aufgebaut wird, könne es durchaus sein, dass die Linie zeitweise überhaupt nicht bedient wird. Das werde sich allerdings erst kurzfristig herausstellen, sagen die Veranstalter.

► Das Veranstaltungsprogramm

Mindestens fünf Stunden wird der MDR vom Tag der Sachsen aus Großenhain berichten, so Projektteam-Chef Jörg Withulz. Der Festumzug am Sonntag wird live übertragen, die Festveranstaltung am Freitag auf dem Hauptmarkt aufgezeichnet und tags darauf ausgestrahlt. Rundfunksender planen neben ihren eigenen Medienbühnen eine Rundumberichterstattung von der Sachsenfete aus Großenhain. Nur zu den Top-Künstlern auf ihren Live-Bühnen in der Röderstadt halten sich die Mediensender bedeckt. Das vollständige Veranstaltungsprogramm erscheint deshalb „leider erst in der letzten Augustwoche“, so Jörg Withulz.

► Unterkünfte für Besucher

Pensionen und Hotels in und um Großenhain sind nach Kenntnisstand der Veranstalter bis zu einer Entfernung von 20 Kilometern von Großenhain ausgebucht. Wer trotzdem noch Übernachtungsmöglichkeiten sucht, findet auf entsprechenden Internetseiten im südbrandenburgischen Raum sowie rund um Dresden möglicherweise noch freie Kapazitäten.

► Sicherheitskonzept

Selbst für Händler und Gewerbetreibende besteht nur zu ausgewählten Zeiten außerhalb des offiziellen Festbetriebes die Möglichkeit, mit Fahrzeugen zu ihren Einrichtungen zu gelangen. Im Festgelände selbst achten vor allem die Feuerwehleute schon beim aufbau der Bühnen und Stände darauf, das die vorgeschriebenen Rettungswege nicht zugebaut werden.Hilfs- und Rettungsorganisationen sind mit großem aufgebot an mehreren Standorten bereit. In der Kupferbergschule wird ein Notfallkrankenhaus eingerichtet. 

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