Landes-Elite spielt in Priestewitz

Landes-Elite spielt in Priestewitz

Fußball. Das kleine Dorf bei Großenhain ist Austragungsort der Hallen-Endrunden von A- und D-Jugend. Dabei gibt es eine Premiere. Auch Großenhainer kämpfen um den Titel.

Von Thomas Riemer
 
Große Fußballveranstaltungen sind den Vereinsvätern und -müttern des SV Traktor Priestewitz nicht fremd. In der Halle am schön gelegenen Sportkomplex am Dorfand trafen sich schon international renommierte Vereine zum Kräftemessen auf dem Parkett, vorwiegend im E- und D-Jugendbereich. Am 8. Febuar ist Priestewitz erneut Schauplatz eines großen Hallen-Events. Sachsens derzeit beste Teams der A- und D-Junioren ermitteln sozusagen "auf dem Dorf" die diesjährigen Hallenlandesmeister. 
 
Adolf Noppes, Chef des SV Traktor Priestewitz, freut sich. Schon 2013 organisierte er zusammen mit vielen Freiwilligen die Endrunde der besten D-Junioren des Freistaates. Die Verantwortlichen beim Sächsischen Fußballverband (SFV) waren damit offenbar sehr zufrieden. So kam es zur SFV-Anfrage an die Vereinsführung für dieses Jahr. "Wir sind uns da schnell einig geworden", bestätigt  der Priestwitzer Präsident. Im Herbst 2013 kam die Bestätigung vom SFV - und für die Priestewitzer begannen die unmittelbaren Vorbereitungen. "Wir sind der Ausrichter im Auftrag des SFV", macht Adi Noppes unmissverständlich klar, dass es ganz deutliche Festlegungen gibt, wer wofür zuständig ist. Der Verband kümmert sich ums sportliche Geschehen wie Schiedsrichter und Wettkampfgericht. Traktor Priestewitz sicherte zunächst, dass die Halle von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird, sorgt für Ordnung und Sicherheit, unterstützt das Wettkampfgericht und stellt einen Hallensprecher. 
 
In einem der jüngsten Schreiben des SFV an Adolf Noppes erinnert der Landesverband daran, das unbedingt Handballtore auf dem Spielfeld zu installieren sind. Aus gutem Grund. Denn gespielt wird sowohl bei der A- als auch der D-Jugend diesmal nach Futsal-Regeln. Für die Halle in Priestewitz ist dies eine Premiere, bestätigt Adolf Noppes. Auch deshalb hofft er, zusätzlich neugierige Fußballfreunde auf den Traversen begrüßen zu können. Er selbst hat sich vor ein paar Tagen ein Futsal-Turnier in Meißen angeschaut. "Ich bin davon angetan", so Adolf Noppes.
 
Die Teilnehmerfelder in beiden Altersklassen sind bunt gemischt. Obwohl einige renommierte sächsische Vereine wie Dynamo Dresden und der Chemnitzer FC schon vor Beginn der Qualifikationsrunden abgewunken haben und ihre Teilnahme absagten, gehen absolute Spitzenteams ins Rennen. So treffen in der A-Jugend unter anderem Mannschaften des 1. FC Lok Leipzig, des SC Borea Dresden, des FC Oberlausitz Neugersdorf sowie aus Hoyerswerda aufeinander. Besonders erfreulich: Auch "Lokalmatador" Großenhainer FV hat sich für die Endrunde qualifiziert und geht zumindest mit Außenseiterchancen auf den Hallenboden. "Wir wollen auf alle Fälle eine gute Rolle spielen und freuen uns auf interessante Gegner", so GFV-Trainer Jens Krone. Extra Futsal haben seine Jungs übrigens in den letzten Tagen nicht trainiert. Die Röderstädter bestreiten am Sonntag das Auftaktspiel gegen Liebertwolkwitz um 15 Uhr. Weitere Vorrundengegner sind Borea Dresden und der FC Oberlausitz. 
 
Bei den D-Junioren erwarten die Veranstalter unter anderem den FC Erzgebirge Aue, den 1.FC Lok Leipzig, den VFC Plauen sowie den SC Borea Dresden zum Stelldichein. Klare Titelfavoriten gibt es in keiner der beiden Altersklassen, Spannung ist programmiert.
 
Für Adi Noppes und seine Mitstreiter steht so oder so ein heißer Sonntag bevor. Derartige Events vorzubereiten, ist das Eine. Am Tag selbst müssen die Organisatoren dann von 9 bis 19 Uhr den Teilnehmern quasi jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Dazu gehört nicht nur, dass Sportler und Zuschauer verpflegt werden wollen. Sondern auch, dass beispielsweise die Kabinen und Duschräume zwischen den beiden Turnieren gereinigt und für die nachfolgenden Mannschaften vorbereitet werden müssen. Das sollte aber kein Problem sein. Denn mit Veranstaltungen dieses Kalibers haben die Priestewitzer wie schon erwähnt ausreichend Erfahrung.

Zeiten und Teilnehmer

D-Jugend, Beginn 9.30 Uhr, Finale 13.30 Uhr: FSV Neusalza-Spremberg, FSV Oschatz, Erzgebirge Aue, VFC Plauen, SSV Markranstädt, SC Borea Dresden, 1. FC Lok Leipzig, Hoyerswerdaer SV 1919.
A-Jugend: Beginn 15 Uhr, Finale 19 Uhr: FC Oberlausitz Neugersdorf, SG Liebertwolkwitz/Stormthal, SV Bannewitz, VfL Hohenstein-Ernstthal, SC Borea Dresden, Großenhainer FV 1990, Hoyerswerdaer SV 1919, 1. FC Lok Leipzig

Kleine Regelecke: Was ist anders beim Futsal?

- Gespielt wird auf Handballtore drei mal zwei Meter
- Der Spielball ist etwas kleiner als beim "normalen" Fußball und sprungreduziert. Beim Fall aus zwei Meter Höhe darf er nach dem erstem Aufprall eine Sprunghöhe zwischen 50 und 65 Zentimetern haben.
- Bei jedem Spiel kommen zwei Schiedsrichter mit gleicher Entscheidungsgewalt zum Einsatz, ein dritter Schiri und ein Zeitnehmer fungieren als Schiedsrichterassistenten.
- Spielzeit: 12 Minuten ohne Seitenwechsel. Die letzte Minute wird mit Nettospielzeit gespielt
- Tore können aus allen Bereichen des Spielfelds erzielt werden.
- Fouls und unsportliches Verhalten: Alle Vergehen, die mit einem direkten Freistoß zu bestrafen sind (auch Handspiel), gelten als kumulierte Fouls
- Freistöße, Einkicken, Eckstoß und Torabwurf sind innerhalb von vier Sekunden auszuführen.
- Bei den ersten drei direkten Freistößen darf die gegnerische Mannschaft eine Mauer bilden.
- Ab dem vierten kumulierten Foul gibt es einen direkten Freistoß ohne Mauer. Der Freistoß muss direkt ausgeführt werden. Der Torhüter muss sich in seinem Strafraum und mindestens 5 Meter vom Ball entfernt aufhalten.
- Der Torhüter darf den Ball in seiner Spielfeldhälfte nicht länger als vier Sekunden mit der Hand oder mit dem Fuß kontrollieren. Nach dem Abwurf darf er den Ball in der eigenen Hälfte
nicht ein zweites Mal spielen, außer bei Ballberührung durch einen Gegenspieler.
 
(Sächsische Zeitung, Sport, 3. Februar 2014)

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