Großenhain sucht Unterkunft für Asylbewerber

Drei Objekte sind in der engeren Wahl. Die ehmalige Taverne "Kreta" ist nicht darunter.

Von Thomas Riemer
 
Das Großenhainer Asylbewerberheim im früheren Hotel "Stadt Dresden "ist das am besten betreute und bewirtschaftete Objekt im Landkreis Meißen". Barbara Korsowski, Ordnungsamtsleiterin im Landratsamt, muss da nicht lange überlegen. Auch das Zusammenleben der 47 Asylbewerber aus elf Ländern gebe keinen Anlass zu irgendwelchen Spekulationen oder Unfrieden. Die Ausstattung der Unterkunft sei weit über dem vorgeschriebenen Standard. Denn der Landkreis, der 2012 Hals über Kopf ein Heim in Großenhain einrichten musste, konnte die komplette Ausstattung vom früheren Hotelbetreiber übernehmen. 
Das wird bei einem künftigen Asylbewerberheim in der Röderstadt wahrscheinlich ganz anders sein. Dass man um die Einrichtung eines solchen kaum herumkommen wird, macht die Stadtverwaltung jetzt klar. Nachdem es um die jetzige Unterkunft auf der Kupferbergstraße im Herbst 2012 riesige Irritationen und auch laufstarke Proteste von Anwohnern und weiteren Gegnern inklusive einer Demonstration gab, wurde im März 2013 ein Arbeitskreis "Asylbewerberheim" gegründet. Schon jetzt zeichnet sich ab: Das  Heim im füheren Hotel wird länger als ursprünglich angenommen zwei Jahre benötigt. Ein Grund dafür: Derzeit werden drei Alternativobjekte in der Stadt auf ihre Eignung geprüft. Keins davon sei jedoch nach augenblicklichem Verhandlungstand sofort nutzbar. "Notwendige Umbauten in allen Objekten sind mit einem Planungs- und Bauvorlauf von mindestens einem halben bis zu einem Jahr einzuschätzen", heißt es aus dem Arbeitskreis. 
Um welche Alternativobjekte es sich handelt, dazu soll es bis zu einem Beschluss des Stadtrates am 19. März weitgehend Stillschweigen geben. So viel ist klar: Ein kommunales, also städtisches, Gebäude kommt nach jetzigem Stand der Dinge nicht in Betracht. Momentan werden Gespräche mit den drei Privateigentümern geführt, so Arbeitskreis-Leiter Matthias Schmieder. Eine zuletzt in der Öffentlichkeit und diversen Medien diskutierte Nutzung der ehemaligen Taverne "Kreta" als alternatives Asylbewerberheim spielte bei den Standortuntersuchungen des Arbeitskreises keine Rolle", so Schmieder.
Unterschwellige Kritik hagelt es insbesondere zu den Kriterien für die Verteilung der Asylbewerber durch die Landesdirektion sowie den Landkreis. Entsprechend der Einwohnerzahlen müsse hier mehr Augenmerk auf eine gleichberechtige Verteilung in geeigneten Städten und auch Gemeinden des Landkreises Meißen gelegt werden.

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