Noch Platz in der Trophäensammlung

 

Eine Trophäe fehlt in der Sammlung

Fußball-Kreispokal. Die Priestewitzer Männer sind heiß aufs Halbfinale am Sonnabend gegen Strehla. Warum trotzdem keine Elfmeter trainiert werden.

Von Thomas Riemer
 
Am vergangenen Wochenende schlichen sie noch geschlagen vom Platz - stolz, aber etwas traurig. Nach großem Kampf gegen Kreisoberligaspitzenreiter Gröditz gab's für die Männer des SV Traktor Priestewitz zu Hause beim 1:3 einen Dämpfer. Zwar bescheinigten alle Augenzeugen den Traktoristen, dem Favoriten sehr gut Paroli geboten zu haben. Doch was nützt das, wenn die Punkte letztlich vergeben wurden?
 
Neues Spiel, neues Glück. Schon am Sonnabend wollen es die Priestewitzer packen. "Wir wollen weiter - und freuen uns auf den 22. März", umschreibt Tino Noack den selbstgestellten Anspruch. Seit einem Jahr leitet Noack die Geschicke der Fußball-Abteilung des SV Traktor. Das bevorstehende Halbfinale im Kreispokal gegen den SV Strehla ist für die Kicker sozusagen das vorläufige "Spiel des Jahres". Und nicht nur der Abteilungschef fiebert dem Pokalfight entgegen. "Man merkt den Akteuren schon an, dass sie stark auf dieses Spiel fokussiert sind", hat Trainer Andreas Born beobachtet. Trotzdem sei das Training auch in dieser Woche ganz normal abgelaufen, "völlig unaufgeregt". Die Aktiven, so Coach Born, wissen um die Bedeutung der Begegnung und werden sich auch dementsprechend hineinknien. Erklärte Favoriten sind die Priestewitzer trotz des Heimvorteils sowieso nicht. Denn Gegner Strehla liegt in der Tabelle der Kreisoberliga drei Plätze und zehn Punkte vor den Traktoristen. 
 
Trotzdem gehen die Gastgeber "grundsätzlich optimistisch" ins Spiel, sagt Andreas Born. Die Hoffnung ist nicht unbegründet. In der Hinrunde der laufenden Saison, "die für uns wahrlich nicht so gut lief", konnte Strehla immerhin mit 2:0 bezwungen werden. Hinzu kommt, dass Priestewitz am Sonnabend voraussichtlich mit voller Kapelle auflaufen kann. Sämtliche Verletzungen sind auskuriert, Sperren abgelaufen. Abteilungsleiter Tino Noack hofft zudem, dass die Gebrüder Altmann nach langer Zeit wieder gemeinsam spielen und den Gegner durcheinander wirbeln können. 
Für den SV Traktor Priestewitz ist der Kreispokal so eine Art Kult. Erst zum vierten Mal wird duch den Kreisverband Fußball Meißen ein Pokalsieger gesucht. Priestewitz steht dabei zum dritten Mal in vier Jahren im Halbfinale. Die Einheimischen erinnern sich vor allem an den 20. Mai 2013. Damals schickten sich die Traktoristen gegen den haushohen Favoriten Grün-Weiß Coswig an, das Endspiel zu erreichen. Nach einem Riesenspiel voller Dramatik schieden sie nach einem eher unglücklichen 3:4 gegen den späteren Bezirksliga-Aufsteiger trotzdem aus.
 
Der Pott blieb den Traktoristen auch zwei Jahre vorher vorenthalten. Damals schafften sie es sogar bis ins Finale, unterlagen dort aber der SG Kreinitz mit 2:3. Im Fall aller Fälle könnte es übrigens in diesem Jahr eine Neuauflage dieses Finals geben. Denn die Kreinitzer stehen ebenfalls im Halbfinale, treffen am Sonntag in Lampertswalde auf den dortigen SV. "Wenn es so kommt, wäre natürlich noch eine Rechnung offen", blickt Priestewitz' Coach Born schon einmal auf den Endspieltermin Ende Juni - übrigens in Kreinitz.
 
Doch soweit ist es noch nicht. "Wir wollen einen Schritt nach dem anderen gehen", sagt Andreas Born. Die Vorfreude auf einen großen Pokalnachmittag auf dem Priestewitzer Rasen ist riesengroß. Bei gutem Fußballwetter kann sicherlich mit mehr als 200 Zuschauern gerechnet werden. Rund um das Spiel wird es ein kleines Rahmenprogramm und in der Halbzeitpause eine Verlosung geben. "In Priestewitz weiß man, wie man so etwas macht", verspricht Tino Noack. Er gilt als heimlicher Motivator der Taktoristen, sorgt unter anderem als Sprecher bei diversen Turnieren immer für tolle Stimmmung unter den Fans. "Der Wille zum Erfolg ist unsere große Stärke", sagt Noack. Und verspricht: "Die Traktoristen sind heiß. Wir erwarten einen kampfbetonten Pokalfight." Trainer Born wiederum wünscht sich, dass seine Männer die Entscheidung schnell, möglichst ohne Verlängerung, erzwingen. "Elfmeterschießen haben wir jedenfalls nicht extra trainiert", sagt er schmunzelnd. Soweit soll es nach seinem Dafürhalten nicht kommen, zumal dann ganz viele Aspekt von Glück, Nervenkitzel bis hin zum Einfluss der Zuschauer hinzukommen.
 
Klar ist indes schon: Im Falle des Finaleinzugs wird gefeiert. "Dann gebe ich einen, zwei oder auch viele aus", so Tino Noack.
 
(Sächsische Zeitung, 20. März 2014/Foto: Matthias Kost)
 

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