Bestellt, aber nicht bezahlt
Eine 34-jährige Riesaerin kauft Pflanzen, obwohl sie gar kein Geld hat. Wegen Betrugs muss sie 500 Euro Strafe bezahlen. Weil es nicht das erste Mal war.
 
Von Thomas Riemer
 
Sechs Pflanzen im Wert von rund 100 Euro hat Diana C. (Name
geändert) im August des vergangenen Jahres in einer Baumschule
erworben. Doch die 34-jährige Riesaerin hat die Rechnung nicht bezahlt.
Betrug nennen das Staatsanwaltschaft und Richter Mischa Hecker und
verurteilten die Frau jetzt zu einer Geldstrafe von 500 Euro.
Der Grund für die Tat ist simpel: Diana C. hatte schlicht und einfach
kein Geld. Zwar erwartete die Hart-IV-Empfängerin nach eigener aussage
zu jener Zeit eine Nachzahlung des Jobcenters in Höhe von rund 600
Euro. „Aber mein Mann hat mir das Geld weggenommen“, so Diana C. Pikant
allerdings: Wegen eines ähnlichen Deliktes war die Frau schon im
vergangenen Jahr wegen Betrugs mit einer Strafe von 300 Euro belegt
worden. Zwar zeigte sich Diana C. im Gerichtssaal geständig und
reumütig – ja fast ein wenig verzweifelt.
Doch für Richter Hecker bleibt es „unbegreiflich, dass Sie etwas
bestellen und dabei wussten, dass Sie nicht bezahlen können. In einem
anderen Fall, so sein Wink, habe er vor kurzem eine Frau ins Gefängnis
geschickt. Sie hatte die Masche allerdings zum vierten Mal probiert.
 
(Sächsische Zeitung Riesa, 12. Mai 2012)

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