Prozess: Todesfahrt im Drogenrausch

Neue Vorwürfe nach Todesfahrt unter Drogen
Vor etwas über zwei Jahren fuhr ein junger Mann im Drogenrausch einen 65-jährigen Radfahrer an, der später an den Unfallfolgen verstarb.
Von Thomas Riemer
 
Seit vergangener Woche muss sich ein 26-jähriger Mann aus der Nähe von Riesa wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Riesa verantworten. Der Prozess ist nach Angaben vom Amtsgerichtsdirektor Herbert Zapf auf Freitag vertagt worden.
 
Dem Mann wird vorgeworfen, unter Drogeneinfluss Anfang August 2009 einen 65-jährigen Radfahrer auf der B101 zwischen Meißen und Priestewitz auf dem Radweg angefahren zu haben. Der Radfahrer war seinerzeit sofort ins Uniklinikum nach Dresden geflogen worden, verstarb allerdings im Dezember 2009 an seinen Verletzungen.
 
Der Unfallverursacher habe am ersten Prozesstag die Tat eingeräumt und auch den Drogenkonsum nicht in Frage gestellt, so Herbert Zapf. Er sei damals bei Bekannten in Bautzen gewesen, hatte auf der Rückfahrt auch Ermüdungserscheinungen gespürt und wollte in Meißen kurz pausieren. Dann hatte er sich jedoch zur sofortigen Weiterfahrt entschlossen. Bei Wantewitz kam es dann zu dem folgenschweren Crash, verursacht wahrscheinlich durch den sogenannten Sekundenschlaf. Nach der Kollision mit dem Radfahrer hatte der Verursacher mit seinem Peugeot einen Eisenzaun durchbrochen und war dann auf dem Dach liegend in einem Grundstück gelandet. Auch er wurde seinerzeit schwer verletzt. Der Sachschaden wurde nach dem Unfall von der Polizei auf rund 10000 Euro geschätzt. Im Lauf der Ermittlungen stellte sich ferner heraus, dass der Unfallverursacher keine Fahrerlaubnis hatte.
 
Der Prozess sei vertagt worden, weil noch weitere Vorwürfe gegen den heute 26-jährigen Angeklagten geprüft werden müssen. Am Freitag soll ein Urteil gesprochen werden. Maximal drohen dem Mann fünf Jahre Gefängnis.
 
(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 13. Dezember 2011)

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