Olympisches Flair 2012 in Riesa

Sportenthusiasten wollen mit einer Veranstaltung an die sächsische Bewerbung für die Spiele erinnern und allen Helfern aus der Elbestadt nachträglich danken. Geplant ist das Event am Eröffnungstag der Olympischen Spiele im Juli des kommenden Jahres.

Von Thomas Riemer
 
Die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 wollten viele Riesaer sowieso gern gemeinsam in einer Arena erleben. Möglichst als Co-Gastgeber des Events, für das sich Leipzig und damit ganz Sachsen einst beworben hatte. Es kam bekanntlich anders. Sachsen scheiterte, London jubelte – und am 27. Juli des kommenden Jahres werden die Spiele nun in der englischen Metropole eröffnet.Gut möglich, dass dann trotzdem tausende Riesaer die Eröffnung live, gemeinsam und in einer Arena anschauen. Denn ein paar „Sportverrückte“ wollen für diesen Tag olympisches Flair in die Elbestadt holen. „Unsere Idee ist, eine Art Dankeschönveranstaltung für alle damaligen Helfer der Bewerbung zu organisieren“, sagt Gunter Spies, einer der Initiatoren. Er, der als Riesaer Riese immer wieder mit teils obskuren Ideen aufwartet, hegt diesen Wunsch eigentlich schon seit dem unsäglichen Scheitern der Bewerbung. Gemeinsam mit den „Berlin-Fahrern“ (siehe Kasten) soll jetzt ausgetestet werden, ob das funktioniert. Erste Gespräche und Arbeitstreffen gab es bereits. Die Vision: Riesa erlebt einen ganz besonderen olympischen Staffelllauf – und zwar zu Land, zu Luft und auf dem Wasser durch sämtliche Stadtteile. Am Ziel in der Pausitzer Delle wird mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm durch Vereine und potenzielle Unterstützer bis hin zum Public-Viewing der „Olympia-Eröffnung 2012“ unterhalten. Damit nicht genug: Einen Tag später könnte es mit Hilfe von Riesaer Unternehmen, Sponsoren, Vereinen und Institutionen ein großes Vereins-Fun-Sportfest geben. Und wenn schon der Riesaer Riese zu den Initiatoren gehört, wäre dies natürlich eine tolle Gelegenheit für die Verleihung des „echten“ Riesaer Sport-Riesen.
Der Kreis der Eingeweihten ist noch sehr klein. Doch mit dem Ende der Sommerferien wird er jetzt schrittweise größer. Riesas Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer ist schon einmal begeistert. „Das klingt richtig gut, dazu brauchen wir viele Helfer, und ich glaube, die lassen sich finden“, so ihre erste spontane Reaktion. Große Hoffnung legt sie dabei schon jetzt in die Sportvereine. „Wenn die Aktiven vom Runden Tisch dabei sind, sind wir schon viele“, so die Rathauschefin. Ein erstes Gespräch zwischen ihr und den Initiatoren wird es voraussichtlich schon in der kommenden Woche geben.
Überhaupt wollen die „Berlin-Fahrer“ im Herbst mächtig Gas geben, we3nn es um die suche nach Unterstützern und die Präzisierung der Ideen geht. Sie zählen neben den Vereinen insbesondere auf die ansässigen Unternehmen. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch die Möglichkeit der Präsentation. Vorstellbar sei beispielsweise, dass Firmen der Stadt und des Umlandes die Stationen des vorgesehenen Vereins-Fun-Sportfestes in ihre Regie nehmen. Mit Streichhölzern, Nudeln, Reifen, Seife oder Stahlprodukten sei für spaßige sportliche Disziplinen schließlich allerlei Raum gegeben. Und die „Volltreffer“-Aktionen der Stadtwerke haben in der Vergangenheit gezeigt, dass derlei Events recht schnell ihre Fans finden.
Für ungefähr Ende September wollen die Ideengeber demnächst Einladungen an Unternehmen und Vereine für ein erstes sondierendes Arbeitstreffen verschicken. Obwohl die Veranstaltung im Juli 2012 mitten in die Sommerferien fällt, glauben sie an einen Erfolg. Denn schon einmal – bei der Bewerbung vor knapp zehn Jahren, hätten die Elbestädter gezeigt, zu welchen Aktionen und vor allem ausgefallenen Ideen sie im Stande sind, sagt Gunter Spies. Gemeinsam mit Rainer Fleck, dem Chef der Sportaerobic-Abteilung beim ESV Lok Riesa, entstand daraus bei einem Wochenendausflug auch die Vision des Staffellaufes durch sämtliche Stadtteile. Wie dies allerdings zu Land, zu Wasser und zu Luft vonstatten gehen kann, darüber wird vorerst noch der Mantel des Schweigens gehüllt. „Alles ist möglich“, so die vielsagende Auskunft.
 
 
 

Die Initiatoren

► Die Idee für das Event stammt von den sogenannten „Berlin-Fahrern“
► Sie machten mit einer spektakulären Aktion am 19. Juni dieses Jahres erstmals auf sich aufmerksam. Damals fuhren sie zum 200. Gründungstag des ersten Turnplatzes in Deutschland in die Berliner Hasenheide. Sie feierten deutschlandweit als einzige dieses Jubiläum zum richtigen Datum. Hobby-Historiker Gunter Spies hatte durch aufwändige Recherchen ermittelt, dass die Gründung am 19. Juni erfolgte. Die „offiziellen“ Feiern fanden irrtümlicherweise einen Tag vorher statt.
► Zu den „Berlin-Fahrern“ gehören unter anderem Gunter Spies (Braumeister und Darsteller des Riesaer Riesen), Rainer Fleck sowie mehrere Mitglieder der Abteilung Sportaerobic des ESV Lok Riesa, Roland Opel und Mitglieder des Motorsportclubs Riesa, der „Nudelriese“, mehrere Einzelpersonen.
 
 
 

⇒ Wer das Event im Juli 2012 unterstützen möchte oder Fragen dazu hat, kann sich unter riesasagtdanke@aol.de melden.

 

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