"Ich wollte immer Romane schreiben"

Anke Leinert veröffentlicht auf mehr als 680 Seiten eine Geschichte zwischen Mittelalter und Fantasy.

Von Thomas Riemer

Nein, ein "Ausrutscher" waren Anke Leinerts Kurzgeschichten über Alltag, Liebe, Freud und Leid aus dem Jahr 2004 ganz bestimmt nicht. Aber spätestens damals stand für die Ur-Riesaerin fest: "Ich will Romane schreiben". Jetzt hat sie sich ihren Traum erstmals erfüllt. Als Anke van den Bergen veröffentlicht sie ihren ersten Roman. "Das geheimnisvolle Tor durch Raum und Zeit" ist der viel versprechende Titel. "Ich will Privates und Literarisches trennen, deshalb habe ich ein Pseudonym gewählt", sagt die 47-jährige Neu-Stauchaerin. In der Literaturwelt verspricht sie sich damit eine Art Unverwechselbarkeit.

Auf mehr als 680 Seiten hat sie eine außergewöhnliche Geschichte geschrieben - einen Mix aus Mittelalter und Fantasy. Die Vorlage lieferte ihr Sohn. Er besuchte die Grundschule in Ragewitz in einem alten Herrenhaus. Von dort hat sie ihn und seine Freunde im Jahr 1260 auf literarische Zeitreise geschickt. Dass die Handlung im heimischen Jahnatal beginnt, ist dabei ein schöner "Nebeneffekt". Künftige Werke will die Autorin allerdings nicht daran festmachen.

Zur Literatur ist die Bankangestellte eher zufällig gekommen. Eine Annonce der Martin-Andersen-Akademie war ihr ins Auge gefallen. Anke Leinert bewarb sich und absolvierte ein Belletristik-Fernstudium. Die Schreiberei hat sie gefangen - ihren Beruf will sie aber nicht aufgeben. "Damit bin ich verwachsen, habe viel mit Menschen zu tun", sagt Anke Leinert. Und schöpft daraus wohl auch schon Ideen für künftige Romane. Der "Fahrplan" für das nächste Buch jedenfalls steht schon. Im kommenden Jahr will Anke Leinert anfangen. Wie schnell sie dabei voran kommt, darüber entscheidet die "Tagesform". Eine renommierte Schriftstellerin habe ihr zwar mal gesagt, sie solle täglich mindestens eine Seite schreiben. Anke Leinert wiederum zieht eher das Spontane vor. "Manchmal kann ich gar nicht aufhören - da schreib ich auch mal die ganze Nacht durch", gesteht sie augenzwinkernd.

Zu ihrer Premierenlesung im Riesaer Klosternordflügel hatte sie Freunde und Bekannte eingeladen. Der angekündigte Zuspruch weiterer Interessenten macht ihr Mut zum Weiterschreiben. Einen Roman nach dem anderen. "Zwei Bücher parallel kann ich nicht schreiben", sagt sie.

(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 10. Dezember 2011)

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