Bunte Köpfe statt grauer Mäuse

Yvette Quosdorf ist mobile Stylistin und war schon beim Semperopernball. Bevor sie ihre Kunden stylt, studiert sie sie von Kopf bis Fuß. Jetzt will sie Riesa erobern.

Von Thomas Riemer

Jung, dynamisch, erfolgreich. Yvette Quosdorf macht schon auf den ersten Blick etwas her. Mit Selbstbewusstsein, jugendlichem Charme und Enthusiasmus erklärt sie dem Zuhörer, worauf es ankommt. Von Anfang an den Gegenüber analysierend, abwägend, was zu ihm passen könnte.

"Ein Stylist ,scannt‘ die Menschen ab, lässt die Personen auf sich wirken", beschreibt die 31-Jährige ihr Credo. Jungunternehmerin ist sie, "mobile Stylistin" steht auf der Visitenkarte. Und: "Haare sind Teil Ihrer Persönlichkeit." Sie selbst trägt sie kurz, adrett, beinahe frech wirkend. Halt passend zu ihr. Die Kunden sollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Und da liegt die Quosdorf'sche Latte ziemlich hoch.

Denn ihre ersten Meriten hat Yvette Quosdorf schon in der großen weiten Welt gesammelt. Im Jahr 2000 beendete sie ihre Lehre in Mutzschen, ging dann zunächst nach Chemnitz. 2002 schloss sie in Bayern die Meisterschule ab. Dann ging es hoch hinaus. Am 1. Januar 2003 begann ihre Karriere bei einem renommierten Unternehmen der Branche in Berlin. "Dort habe ich alles gemacht, was so anfällt", erzählt sie. Vor allem hat sie gelernt, was eine Vollblut-Stylistin ausmacht. "Ich erkenne zunächst den Typ - so geht es los", erklärt sie. Das geschieht für den Betreffenden eher unmerklich. Denn Yvette Quosdorf geht bei der ersten Begegnung den Menschen, der ihr gegenübersitzt, "von Kopf bis Fuß durch". Erst dann folgt das Praktische in Form von Vorschlägen.

Vorher - nachher. Was in der Fernsehwerbung gang und gäbe ist, passiert vor allem im Kopf. Erst dann kommen Farben und Schnitte ins Spiel. Um lebendige Haarschnitte geht es der 31-Jährigen, die grundsätzlich keine Drogeriefarben anwendet. "Es geht um gesunde Farbe", sagt sie an die Adresse jener junger Mädchen, die sich mit regelmäßigen Billig-Färbungen versehen. Bei Yvette Quosdorf dagegen sollen sich die Haare wohl fühlen. Deshalb verwendet sie ausschließlich Markenprodukte, die zugegebenermaßen natürlich etwas kostenintensiver sind. Und: Bei ihr gibt es nur Nass-Schnitte - und nichts mit der Maschine, sondern handgemacht.

Beim Semperopernball war sie schon, hat eine eigene Vorher-Nachher-Show, gestaltete mit bei der Oschatzer Modenacht. Derzeit ist sie noch als mobile Stylistin unterwegs und freut sich über zunehmende Kundschaft aus Riesa. Ob sie hier auch mal ihr eigenes Studio aufbaut? So weit ist es noch nicht. Und wer Yvette Quosdorf beobachtet, wird feststellen: Das ist ihr auch noch gar nicht so wichtig. Sie weiß, was sie will: Die Persönlichkeit ihrer Kunden durch Stil stärken.
 

(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 9. Dezember 2011)

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