Handelshof expandiert

 

Handelshof expandiert
Der Baustoff-Handel übernimmt die frühere Einkaufsgenossenschaft in Glauchau. Deren Mitglieder werden ausgezahlt. Ab Mai wird zudem in Riesa neu gebaut.
 
Von Thomas Riemer
 
Die Nachricht überrascht – zumindest auf den ersten Blick. „Zum 1.
April übernimmt die Handelshof Riesa GmbH die Firma MSH Glauchau eG als
neueste Niederlassung.“ Das Riesaer Unternehmen teilte dies kurz und
kommentarlos auf seiner Homepage mit. Die Generalversammlung habe
einstimmig dazu votiert, heißt es lediglich.
Die Glauchauer Genossenschaft befindet sich seit Monatsbeginn in
Liquidation. Das klingt zunächst dramatisch – ist es aber nicht. Die
frühere Einkaufs- und Liefergenossenschaft (ELG) hatte sich nach der
Wende zum Weitermachen unter neuem Namen entschlossen. Insbesondere bis
1997 sei in Glauchau auch kräftig investiert worden in neue Hallen,
erklärt Riesas Handelshof-Geschäftsführer Steffen Währa.
Doch die damaligen Genossenschaftsmitglieder haben inzwischen zumeist
ein Alter jenseits der 60 Jahre erreicht. Deshalb seien die Gespräche
zwischen MSH Glauchau und Handelshof Riesa zustande gekommen. Mit der
Liquidation, die im Regelfall so um die zwei Jahre dauert, sollen die
ausscheidungswilligen Genossenschafter ihren Anteil ausbezahlt bekommen.
 
Der Handelshof Riesa wiederum hat das Firmengelände gekauft und die
Waren- und andere Bestände übernommen. Sämtliche 22 Mitarbeiter des
Glauchauer Standortes werden weiter beschäftigt, versichert Steffen
Währa. Ein Niederlassungsleiter werde dort die Geschicke im Auftrag der
Riesaer Geschäftsführung leiten.
„Der Standort ist auch von der Entfernung nach Riesa her für uns sehr
interessant“, so Steffen Währa. So sollen künftig auch Lastkraftwagen
von dort direkt starten, um Kunden auf kürzerem Wege erreichen zu
können.
„Es ist vor allem eine strategische Entscheidung“, so Steffen Währa.
Der Glauchauer Betrieb werde weitgehend nach dem bisher dort
gehandhabten System weitergeführt. Mit einem Umsatz von rund 3,5
Millionen Euro scheinen die wirtschaftlichen Voraussetzungen so
schlecht nicht zu stehen. „Wir werden unser Liefergebiet erheblich
ausweiten und uns einen weiteren hoch interessanten Markt erschließen“,
verspricht sich die Riesaer Geschäftsführung durch die Übernahme.
Doch nicht nur in Westsachsen, sondern auch im Heimatstandort Riesa
wird der Handelshof in den nächsten Wochen und Monaten für Schlagzeilen
sorgen. Denn voraussichtlich im Mai beginnt der Bau des neuen
Verwaltungs- und Ausstellungsgebäudes nahe der Rostocker Straße.
„Zurzeit finden dort bauvorbereitende Maßnahmen statt“, so Steffen
Währa. Rund drei Millionen Euro lässt sich das Unternehmen den Neubau
auf der 1,66 Hektar großen Fläche kosten. Ende des Jahres soll das neue
Haus an der Rostocker Straße fertig sein.
Untergebracht wird dann dort die Hauptverwaltung. Außerdem werde Platz
für Ausstellungen und ein Kundenzentrum geschaffen, so Steffen Währa.
Dazu ist ein großzügiger Bau vorgesehen mit einem Eingangsbereich, der
die dann in zwei Geschossen untergebrachte Verwaltung mit den Zentren
verbindet. Und damit nicht genug: Der Neubau wurde so geplant, dass bei
Bedarf eine Erweiterung möglich ist.
 
Mit der Fertigstellung werden dann Ende des Jahres rund 35 Mitarbeiter
vom jetzigen Domizil Äußere Speicherstraße umziehen. Der alte Standort
wird aufgegeben. Vorerst keinen Einfluss hat der Neubau auf die
Niederlassung an der Wittenberger Straße im Gewerbegebiet Richtung
Strehla. Das Logistikzentrum bleibt davon unberührt, so die
Geschäftsführung.

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