Handelshof baut an der Rostocker Straße

Der Stadtrat hat grünes Licht für ein neues Gebäude gegeben. Baubeginn ist im Mai. Der bisherige Sitz wird an der Äußeren Speicherstraße wird aufgegeben. Was wird aus ihm?

Von Thomas Riemer

Was lange, oder in diesem Fall länger, währt, wird irgendwann gut. Sozusagen im zweiten Anlauf hat der Stadtrat jetzt grünes Licht für ein neues Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude des Riesaer Handelshofes gegeben. "Im Mai wollen wir mit dem Bau starten", so Geschäftsführer Steffen Währa auf Anfrage der SZ. Rund drei Millionen Euro lässt sich das Unternehmen den Neubau auf der 1,66 Hektar großen Fläche kosten. Ende des Jahres soll das neue Haus an der Rostocker Straße fertig sein.

"Wir wollen dort unsere Hauptverwaltung unterbringen sowie Platz für Ausstellungen und ein Kundenzentrum schaffen", so Steffen Währa. Dazu ist ein großzügiger Bau vorgesehen mit einem Eingangsbereich, der die dann in zwei Geschossen untergebrachte Verwaltung mit den Zentren verbindet. Und damit nicht genug: Der Neubau wurde so geplant, dass bei Bedarf eine Erweiterung möglich ist.

Mit der Fertigstellung werden dann Ende des Jahres rund 35 Mitarbeiter vom jetzigen Domizil Äußere Speicherstraße umziehen. "Den alten Standort werden wir aufgeben", sagt Geschäftsführer Währa. Er sei unter anderem wegen seiner ungünstigen Lage nicht mehr kundenfreundlich genug. "An der Rostocker Straße ist es bedeutend attraktiver", so Währa. Was aus dem jetzigen Standort wird, dazu gebe es momentan noch keine Ideen. Vielleicht lasse er sich ja im Komplex mit anderen leerstehenden Hallen dort irgendwie vermieten und vermarkten. Vorerst keinen Einfluss hat der Neubau aus Sicht des Handelshofes auf die Niederlassung an der Wittenberger Straße. "Das ist unser Logistikzentrum und bleibt davon unberührt", so Steffen Währa. Allerdings wollte er nicht komplett ausschließen, dass die Unternehmensstrategie vielleicht irgendwann auch einmal über die Konzentration des Handelshofes an einem einzigen Standort nachdenken wird.

Das macht sicherlich Sinn. Und im Riesaer Rathaus ist man froh, die "Hängepartie" jetzt beendet zu haben. Allerdings gehöre das Projekt Handelshof nicht zum Gewerbegebiet Rostocker Straße, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler. Das liege zwar unmittelbar daneben und werde nach Fertigbau auch teilweise über die Glogauer Straße - die Erschließungsstraße des Gewerbegebietes - angefahren. "Aber es ist ein extra Vorhaben", so Päsler. Schon 2009 gab es einen sogenannten Vorhaben- und Erschließungsplan. Da aber der Handelshof sein gesamtes Projekt zwischenzeitlich deutlich erweiterte auf das rund 2,5fache der ursprünglichen Pläne, musste das gesamte Planungsprozedere nochmals durchgeführt werden.

Das eigentliche Gewerbegebiet an der Rostocker Straße wurde 2008 ausgewiesen, die Flächen angekauft und 2009 im ersten Bereich gegenüber dem Riesapark erschlossen, so Uwe Päsler. Rund 14,5 Hektar Nettofläche umfasst es, 8,7 Hektar stehen für Investoren bereit. Bislang gebe es im ersten Abschnitt zwei verkaufte Flächen: 1,7 Hektar an Gruma-Automobile, 0,8 Hektar an die Wasserversorgung Riesa-Großenhain. "Beide Unternehmen entscheiden selbst, wann sie bauen", so der Rathaussprecher.

Der zweite - größere - Abschnitt reicht bis an die Bahnlinie Riesa-Chemnitz heran und ist nach Angaben von Uwe Päsler noch nicht erschlossen. "Das soll sinnvollerweise erst erfolgen, wenn weitere Interessenten gefunden sind", sagt er. Klar ist jedoch: Definitiv kommen an der Rostocker/Glogauer Straße kein Einzelhandel und keine reinen Lagerhäuser oder -flächen in Betracht. "Ansonsten sind Gewerbebetriebe jeder Art möglich", so Päsler.

(Sächsische Zeitung Riesa, 15. Februar 2012)

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