Kein Hafen-Ausbau in Riesa-Göhlis

Hafenausbau in Göhlis liegt

vorerst auf Eis

Für die Umgestaltung des Areals nahe der Marinekameradschaft steht zurzeit kein Geld zur Verfügung.

 

Von Thomas Riemer

 

Knapp vier Jahre ist es her, als den Riesaer Stadträten eine Vision für den elbnahen Bereich in Göhlis eröffnet wurde. Wesentlicher Schwerpunkt damals war die Erweiterung des Hafens der Marinekameradschaft. Dort finden zurzeit 20 Boote Platz. Den Plänen des IBZ – Ingenieurbüro für Tiefbau Riesa zufolge sollten es irgendwann einmal doppelt so viele sein.

 

Das IBZ hatte im Januar 2008 im Auftrag des Riesaer Rathauses eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Seitdem liegt es in den dortigen Schubladen – und dort wird es wohl vorerst auch verharren. Denn: „Für das Projekt ist derzeit kein Geld vorgesehen. Es gibt auch keine Fördermöglichkeiten“, so Rathaussprecher Uwe Päsler auf Anfrage der SZ. Auf immerhin rund eine Millionen Euro schätzt das Ingenieurbüro die Kosten für den eventuellen Umbau des zwölf Hektar großen Areals. So ist ein Teil der Flächen für die neuen Bootsplätze völlig verwildert, werden dort zudem Altlasten vermutet. Allein für diesen Teil des Projekt werden in der Studie die Kosten auf reichlich 330000 Euro geschätzt. 112000 Euro wurden seinerzeit für die Schaffung von Stellplätzen an der Marinekameradschaft veranschlagt. Zudem müsste ein Ersatz für die marode Zufahrtsstraße gebaut werden – geschätzte Investition noch einmal 378000 Euro.

 

Auf Eis liegt damit auch die Schaffung von rund 50 Flächen auf einem Campingplatz entlang der Straße. Der gehörte auf ausdrücklichen Wunsch der Marinekameradschaft seinerzeit zu den Plänen und sollte ohne großen Luxus angelegt werden. Dazu gehörte der Verzicht auf eine aufwändige Wasserversorgung, stattdessen sollte diese über angemietete bewegliche Container erfolgen.

 

Komplettiert wurde das IBZ-Konzept durch einen Badestrand, gelegen wenige Meter elbaufwärts von der Marinekameradschaft. Die Pläne gingen sogar schon so weit ins Detail, dass dort auf Sand verzichtet werden müsste. Grund: Bei Regen würde der Sand unweigerlich ins Flussbett gespült.

 

2008 ergab eine Kosten-Nutzen-Analyse seitens der Planer ein „mittel“ bis „gut“. Daran dürfte sich wenig geändert haben. Für das Projekt sprach, dass viele Genehmigungen relativ leicht zu bekommen seien und die Marinekameradschaft über eine Tankstelle für Motorboote verfügt. Größter Nachteil wiederum war, dass das Areal im Überschwemmungsgebiet liegt.

 

Schon vier Jahre zuvor hatte es eine erste Machbarkeitsstudie für den Bereich gegeben. Sie sah unter anderem einen Yachthafen sowie den Bau einer Wettkampfstrecke für Drachenbootrennen vor und spielte unter anderem auf die damaligen Überlegungen Riesas für eine Bewerbung zur Landesgartenschau 2012 an. Die Schau wurde später anders vergeben. Bleibt Riesa allerdings im zeitlichen Vier-Jahres-Rhythmus, werden die Pläne für einen attraktiveren Standort für Wassertourismus in Göhlis möglicherweise im nächsten Jahr einen neuen Impuls erhalten.

 

(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 28. November 2011)

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