Philharmonie vor bewegter Spielzeit
 
Das Riesa-Pirnaer Orchester will in diesem Jahr den Spagat zwischen der Präsentation der Musik berühmter und weniger bekannter Komponisten meistern. Aber wie soll das gehen?
 
Von Thomas Riemer
 
Ernst ist das Leben...und heiter die Kunst.“ So überschrieben die Verantwortlichen der Neuen Elbland Philharmonie ihre Veranstaltung am Mittwochabend, bei der sie eigentlich „nur“ über die Inhalte der Spielzeit 2011/12 informieren wollten. Aber gleich aus mehreren Gründen ging der eigentliche Charakter des Abends weit über das formulierte Anliegen hinaus.

„Wir wollten einen gemütlichen Abend mit Sponsoren, Politik und Unterstützern in positiver lockerer Atmosphäre – und das hat auch funktioniert“, sagt Christoph Dittrich, Intendant des Ensembles. Dabei sei es nicht darauf angekommen, alle einzelnen Konzerte der Saison aufzulisten. Vielmehr wollten die Orchesterleitung „das Besondere bei der Programmauswahl“ darstellen, wie es Dittrich vielsagend formuliert.

Das Besondere - worin besteht es? Die Herausforderung der Neuen Elbland Philharmonie bestehe unter anderem darin, eine Balance zu finden zwischen der Aufführung von Stücken weltbekannter Komponisten sowie der Präsentation der Musik weniger bekannter Musikschaffender. Während auf der einen Seite das Messen und der Vergleich mit großen Orchestern das Maß sei, stünde auf der „unbekannten“ Seite der Mut zu weniger bekannten Stücken. Diesen Spagat will die Philharmonie zumindest versuchen – sowohl in der klassischen Musik als auch in der Unterhaltungsbranche. Nicht umsonst stehen daher die traditionellen Philharmonischen Konzerte „Naturerwachen“ auf einer Ebene mit „Vom Ku‘damm zum Broadway“, einem Programm mit Ausschnitten aus Musicals und Chansons.

Die ersten Höhepunkte der Spielzeit liegen derweil schon hinter den Musikern. Christoph Dittrich nennt vor allem das Konzert im Partner-Landkreis Rems-Murr im Oktober. Dabei stand die deutsch-deutsche Verbundenheit im Mittelpunkt, noch heute wirke das Konzert nach.
Auf eins der nächsten Highlights freut sich der Intendant ganz besonders. Gemeinsam mit der Förderschule „Lichtblick“ werden Orchestermitglieder „Hänsel und Gretel“ am 20. Dezember in zwei Vorstellungen aufführen. Das eigentlich Faszinierende daran sei die Vorbereitung. Die Schule baue die Kulissen, „wir liefern die Musik“, so Dittrich. Die Vorführungen als das I-Tüpfelchen wirkten dann auf ihn wie ein „echter Akt der Integration“.
 
(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 25. November 2011)

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