Warum der Wirtschaftsriese nicht in Riesa blieb
 
Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer zieht im Gespräch mit der SZ Bilanz der Premiere des Neujahrsempfangs. Und denkt schon ans nächste Jahr.
 
Ø Frau Töpfer, sind Sie zufrieden mit dem Auftakt?
 
Ich bin ausgesprochen zufrieden und sehr positiv beeindruckt vom großen Interesse der Riesaer an dem, was in unserer Stadt stattfindet.
 
Ø Was hat sie am Sonnabend am meisten beeindruckt?
 
Beeindruckt haben mich besonders die Zahl und das große Engagement der Vereine. In vielen Gesprächen gab es fast ausnahmslos positive Reaktionen.
 
Ø Warum waren Sie skeptisch ob der Resonanz auf die Idee?
 
Ich war nicht skeptisch, aber vor einer Premiere ist ja immer etwas Spannung vorhanden, weil man nicht genau weiß, wie es laufen wird. Das Resultat hat uns aber recht gegeben, das ist umso schöner.
 
Ø Sie erwähnten im Jahresrückblick, dass die Wirtschaft gut durch die Krise gekommen ist. Was spricht für diese Feststellung?
 
Es gibt viele Nachrichten von Erweiterungen in Betrieben und von der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Nicht zuletzt spürt auch die Stadt an der anziehenden Gewerbesteuer, dass es aufwärts geht.
 
Ø Ebenso erwähnten sie die guten Chancen für den Fußball in Riesa. Wohin deuten die Zeichen? Sind sie für den Fall der Fälle Befürworter EINES Vereins, der dann möglicherweise BSG Stahl Riesa heißt? Wie wird die Stadt die Fußball-Akademie unterstützen?
 
Gut Ding will Weile haben. Die Fußballfachleute der verschiedenen Vereine sitzen gemeinsam an einem Tisch und bereiten den weiteren Weg vor. Ich bin sehr optimistisch, dass es im Sinne des Fußballs gelingen wird.
 
Ø Es gab Nachfragen zum Wirtschaftsriesen. Erstmals bekam ihn kein Riesaer Unternehmen...
 
Riesa sieht sich als Mittelzentrum in der Region. Die Wacker Chemie hat mit seinen Millioneninvestitionen sehr positive Wirkungen auch für Riesaer Unternehmen erzielt und ist einer der wichtigsten Arbeitgeber dieser Region, auch für viele Riesaer Bürger. Deshalb hat das Kuratorium diese Entscheidung getroffen.
 
Ø Zurück zum Empfang: Besucher kritisierten, dass Parkplätze rar waren, im Stern kein Aufzug vorhanden ist, der "Umbau" zwischen 17 und 18 Uhr manchen Besucher vertrieb. Muss man über einen größeren/anderen Veranstaltungsort im nächsten Jahr nachdenken?
 
Das Organisationsteam sammelt momentan viele Hinweise und Erkenntnisse, sie sich aus der praktischen Durchführung ergeben haben und die wir im nächsten Jahr berücksichtigen wollen. Das Problem der Parkplätze ist leider nicht auf die Schnelle zu klären, zumindest nicht für solch einen Ansturm. Ich denke, immerhin über 90 Prozent der Angebote im „Stern“ sind barrierefrei zugänglich. Zu den positiven Reaktionen zählt auch, dass viele gesagt haben: Im nächsten Jahr sind wir auch dabei. Dann wird der „Stern“ eine größere Kapazität besitzen, weil dann das Erdgeschoss genutzt werden kann, das im Moment saniert wird.
 
Ø Gespräch: Thomas Riemer

Nach oben