Leutewitzer Dorfstraße ist eine Stolperfalle
Anwohner beklagen Baupfusch. Nachdem ein neuer Belag auf die Piste kam, klafft zwischen Straße und Fußweg ein Graben. Es hat bereits Radfahrerstürze gegeben. Die Stadt verweist darauf, dass es sich nicht um einen grundhaften Ausbau handelt.
 
Von Thomas Riemer
 
Andreas Engel ist sauer. Wenn er von seinem Grundstück in Leutewitz auf die Ortsdurchfahrt gelangen will, steht er seit einiger Zeit vor einem kleinen Krater. Als vor Wochen die Bauarbeiten für einen neuen Straßenbelag begannen, habe es geheißen, dass vom alten Asphalt vorher um die fünf Zentimeter abgefräst werden sollen. „Geworden sind es dann aber maximal zwei Zentimeter“, so Engel. Darauf sei dann einfach eine neue Schicht durch die Baufirmen aufgetragen worden. Die garantiert zwar jetzt gutes Rollen auf der Hauptstraße. Aber zwischen Fußweg und Piste geht es jetzt bis zu sieben Zentimeter abwärts – dazwischen ist ein etwa dreißig Zentimeter breites Schnittgerinne. „Ein Unding“, schimpft Andreas Engel. Er sei selbst passionierter Radfahrer und sieht daher vor allem für die Radler eine erhebliche Unfallgefahr. Erschwerend kommt hinzu, dass keinerlei Verweis – zum Beispiel auf eine fehlende Fahrbahnmarkierung – erfolgt. „Hier kann man sich ja alle Gräten brechen“, so Engel.
 
So etwas Schlimmes ist offenbar bislang noch nicht passiert. Aber Stürze habe es bereits gegeben, so Andreas Engel, der sich zu diesem Problem als Mitglied des Leutewitzer Ortschaftsrates natürlich ebenfalls in der Verantwortung sieht. Zumal die anliegenden Grundstücksbesitzer teilweise auch riesengroße Probleme mit den Einfahrten – zum Beispiel in ihre Garagen - hätten. Auf Nachfrage habe es bislang seitens der Verantwortlichen bei der Bauabnahme lediglich die Auskunft gegeben: „Das bleibt jetzt so.“ Andreas Engel will das nicht hinnehmen. „Denn dieser Zustand bedeutet Unfallgefahr hoch zehn“, sagt er.
 
„Die Erneuerung der Deckschicht ist so vollzogen worden wie an allen anderen Straßen auch, beispielsweise unlängst auf der Heydaer Straße“ so der Riesaer Stadtsprecher Uwe Päsler gestern auf Anfrage der SZ. Da die alte Rinne am Bordstein natürlich uneben sei und sich im Laufe der Jahrzehnte gesetzt habe, „ist der Höhenunterschied zur neuen Deckschicht, die ja plan ist, jetzt auch unterschiedlich“. In Leutewitz sei aber definitiv vorher abgefräst worden – so ein bis zwei Zentimeter.  Und in dieser Höhe sei in etwa dann auch neuer Belag draufgekommen, so Päsler.
 
Die Rinne zu erneuern würde nach seiner Auffassung bedeuten, auch die Bordsteine zu erneuern, denn „die sind eine Einheit“. Es sei bei der Baumaßnahme aber nur um die Sanierung der Decklage gegangen. „Dabei werden alle Einbauten wie Straßenabläufe, Schachtdeckel und Rinnen so belassen und nicht verändert“, sagt der Rathaussprecher. Auch das Straßenprofil bleibe bestehen. „Ansonsten wäre es dann ein grundhafter Straßenausbau“, so Päsler. „Der war nicht vorgesehen und auch nicht finanzierbar.“

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