100 Kilometer unter drei Stunden

Skater-Team wird Dritter beim Zeitfahren

Ein kleines Team des Großenhainer Rollsportvereins bringt vom „Lausitzer Seenland 100“ tolle Resultate mit. Jörg Rannacher bewältigte sogar die 100-Kilometer-Strecke und wurde Siebter.

 Von Thomas Riemer

Der Urlaubszeit geschuldet, ging beim Wettkampf der „Lausitzer Seenland 100“ am Wochenende in Kleinkoschen am Senftenberger See zwar nur ein zahlenmäßig kleines Team des Großenhainer Rollsportvereins an den Start. Doch das Septett schlug sich dabei sehr wacker und sorgte für mehrere herausragende Leistungen.
So gab es im Einzelzeitfahren auf schwerer, teilweise vom Untergrund her komplizierter Strecke über sieben Kilometer gleich drei Altersklassensiege. Aus Großenhainer Sicht kam Jörg Rannacher auf einen sehr guten fünften Gesamt-Platz und sicherte sich den Sieg in der AK M40. Nach 12:08 Minuten war das Rennen für ihn zu Ende, auf den zweiten Gesamtplatz fehlten ihm nur 18 Sekunden. An Sieg war sowieso nicht zu denken, weil Jann-Luca Zinsser in diesem Jahr „außerirdisch“ läuft und der Konkurrenz mit seiner Zeit von 11:05 Minuten buchstäblich davonlief.
Auch Ute Enger lief ein tolles Rennen und belegte bei den Frauen einen sehr respektablen dritten Platz – nur 40 Sekunden hinter Siegerin Tina Strüver, die ja immerhin weit jünger und Medaillengewinnerin bei den Europameisterschaften der Aktiven ist. Wie Ute Enger (W40) gelang auch der jüngsten Großenhainerin Annie Enger der Sieg in ihrer Altersklassen – bei den Kadetten. Annie kam nach 14:22 Minuten ins Ziel und wurde im Frauenrennen damit 9. Pech hatten dagegen Max Fröhlich und Ann-Ellinor Hofmann. Beide stürzten während des Rennens und verloren damit jede Menge an Zeit und alle Möglichkeiten auf eine vordere Platzierung. Max wurde letztlich Gesamt-18. und Fünfter in seiner Altersklasse. Für „Elli“ reichte es zum 13. Platz bei den Frauen (Sechste in ihrer Altersklasse). Insgesamt starteten beim Einzelzeitfahren 191 Skater, davon 57 Damen.
Mit einem hervorragenden dritten Platz endete das Mannschaftszeitfahren über 17 Kilometer für die Großenhainer. 21 Teams stellten sich dem Starter, pro Mannschaft mussten mindestens drei Männer und zwei Frauen innerhalb von 30 Sekunden ins Ziel kommen. Das gelang den ohnehin nur mit fünf Sportlern ins Rennen gegangenen Großenhainern meisterhaft. Ute Enger, Kira Rannacher, Max Fröhlich, Thomas Hannatschek und Jörg Rannacher kamen geschlossen ins Ziel, benötigten 29:59 Minuten für die Distanz und verpassten den Sieg lediglich um 28 Sekunden.
Für Jörg Rannacher war damit das Renn-Wochenende noch nicht vorbei. Am Sonntag ging er gemeinsam mit knapp 100 Mitkonkurrenten auf den „langen Kanten“ – die 100 Kilometer. Schon vor Wettkampfbeginn hatten die Spitzenläufer eine eindeutige Kampfansage herausgegeben: „Wir wollen die Strecke unter drei Stunden laufen!“ Dementsprechend wurde schon auf den ersten Kilometern das Tempo hochgehalten, gab es erste Ausreißversuche. So schrumpfte die Spitzengruppe immer weiter – doch Jörg Rannacher blieb bis acht Kilometer vor Schluss dabei. Dann geschah das Unglück. „In Führung liegend, stockte plötzlich mein rechter Skate – vielleicht durch einen Stein – und ich stürzte“, beschreibt Jörg Rannacher die Situation. Zwar war er schnell wieder auf den Beinen, doch die Spitze war enteilt. Hinzu kam der Gegenwind, der den Rückstand bis ins Ziel auf rund zweieinhalb Minuten auf den Sieger anwachsen ließ. Am Ende stand trotzdem der 7. Platz und mit 2:58,09 Stunden blieb Jörg auch unter der magischen Grenze von drei Stunden. Die Zeit kommt einem Stundenmittel von 33,68 Kilometern gleich. Der Sieg ging nach Berlin (Zeit 2:55,44 Stunden). Nur zum Vergleich: Die Zeit für die Letzte im Feld auf dem 93. Platz lag bei 6 Stunden und 24 Minuten.
Jörg Rannacher war trotzdem nicht zufrieden. „Die Wunden werden relativ schnell verheilt sein, die Enttäuschung über einen eventuell verpassten Podiumsplatz sicherlich nicht so schnell“, sagte er.

Alle Ergebnisse unter: www.lausitzer-sportevents.de

 

 

(erschienen in der Sächsischen Zeitung, Lokalsport, am 22. Juli 2011)

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