Die Scheibe muss in den Korb
Rene Gollin und ein paar Mitstreiter wollen eine neue Sportart in Riesa etablieren. Doch wo ist Platz für die Disc-Golfer?
 
Von Thomas Riemer
 
Eine neue Sportart für Riesa. Das zumindest könnte sich der Hirschsteiner Rene Gollin in absehbarer Zeit durchaus vorstellen. Gemeinsam mit ein parr wenigen Mitstreitern geht er mehr oder weniger regelmäßig auf Jagd“ mit bunten Scheiben. Das Prozedere nennt sich Discgolf. Aber was ist das? „Kurz gesagt: Das klassische Golfspiel mit Scheiben anstelle von Bällen und Schlägern“, erklärt Gollin kurz und knapp. Gemeinsam sei beiden Sportarten eine Abwurfzone und ein Ziel, das mit möglichst wenigen Versuchen erreicht werden muss. Das Ziel ist beim Discgolf ein mit Ketten versehener Fangkorb, in den die Disc – also die Fresbee-Scheibe - fallen soll. Ans herkömmliche Golfen erinnern auch die weiteren Regeln – zum Beispiel die Zählweise mit Par, Birdies und Bogies. Ein Parcour besteht meist aus 18 Bahnen, die eine Länge zwischen 50 und 250 Meter haben. Die Bahnen sind oft mit Bäumen und Hindernissen gespickt.
 
Seit einiger Zeit versucht Rene Gollin, das Spiel in Riesa und Umgebung zu etablieren. Denn die Enthusiasten müssen momentan weit fahren. „Die nächstgelegenen fest installierten Bahnen sind in Potsdam und Magdeburg“, so Rene Gollin. Und Wolfenbüttel sei eine der besten Adressen, weil sich dort eine der modernsten Anlagen Deutschlands befindet. Kein Wunder, dass es dort auch eine relativ große Zahl an Spielern gibt, die regelmäßig und auch im Turnierbetrieb dem Discgolf nachgehen.
 
Nicht so in Riesa und Umgebung. Noch nicht, hofft Rene Gollin. Derzeit ist es gerade einmal eine Handvoll Leute, die sich auf den Weg ins Grüne machen, um die Scheiben in die Körbe zu befördern. „Daher haben wir einige transportable Körbe, mit denen wir in der Umgebung temporäre Kurse aufbauen“, so Rene Gollin. Einen festen Standort für ihren Sport haben die Riesaer Discgolfer leider noch nicht. Zurzeit sind sie hauptsächlich nahe des früheren Stadtbades in Elbnähe in Riesa anzutreffen. Aber auch der Schlosspark in Seerhausen oder in Neuhirschstein sind gern gewählte Orte. Große Hoffnung auf ein festes Domizil gab es vor gut einem Jahr, als sich nahe Röderau ein Plätzchen geradezu anbot. Aus Sicherheitsgründen musste die Idee jedoch wieder fallengelassen werden.
 
Doch Rene Gollin gibt so schnell nicht auf. Heute ist er zu einem Gespräch im Riesaer Rathaus mit der Sachgebietsleiterin für Kinder, Jugend, Senioren und Vereine, Kathleen Kießling, verabredet. Aus mehreren Gründen verspricht er sich davon einiges. Zum Beispiel steht da die Tatsache, dass Discgolf eine „grüne“ Sportart ist. Denn Discgolfer genießen die Natur, ohne sie zu schädigen. Anders als beim klassischen Golf sind keine großen Eingriffe in die Natur nötig, das heißt es muss kein Baum gefällt und kein Grün begradigt werden. Der Kurs passt sich an die Vorgaben des Geländes und der Natur an. Ob hügelig oder flach, Wiese oder Wald –  die unterschiedlichen Gegebenheiten und Hindernisse sind sehr willkommen und geben einem Discgolf-Parcours erst seinen unverwechselbaren Charakter. Es werden lediglich Abwürfe markiert und Körbe aufgestellt. Dadurch wird die Natur geschont und die Erstellungskosten für einen Parcours sind sehr gering.
 
Zum anderen will Rene Gollin, dass sich möglichst viele und immer mehr Leute für Discgolf begeistern. Deshalb könne er sich durchaus vorstellen, Anfängern einen Einblick zu geben oder auch im Rahmen von Ganztagsangeboten in den Schulen der Region fürs Discgolfen zu begeistern.
 
Die derzeit aktiven Mitstreiter verabreden sich jeweils spontan per E-Mail. Interessenten seien natürlich jederzeit willkommen. Sie sollten sich per Mail an renegollin@ymail.com wenden.
 
(SZ Riesa am 14. März 2012)

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