Ex-Olympiasieger treffen sich in Riesa

Ex-Olympioniken treffen sich in Riesa

Der frühere erfolgreiche Schwimmer Klaus Katzur organisiert zum 7. Mal ein Wochenende für ehemalige Olympia-Teilnehmer. Riesa ist zum dritten Mal Gastgeber. Rund 90 prominente Gäste haben zugesagt.

Christa Luding war unter ihrem Mädchennamen Rothenburger die erste Sportlerin der Welt, die bei Olympischen Winter- und Sommerspielen Medaillen gewann. Kornelia Ender-Grummt sorgte bei Olympia 1976 im kanadischen Montreal für Aufsehen, als sie zwei ihrer vier Schwimm-Goldmedaillen innerhalb einer knappen Stunde errang. Und Klaus Köste wird den Sportenthusiasten mit seinen legendären Goldsprüngen übers Turnpferd 1972 in München in Erinnerung bleiben.

Das erfolgreiche Trio und noch viele ehemalige Olympiasieger, Welt- und Europameister aus dem inzwischen vereinten Deutschland werden sich vom 8. Bis 10. Juli in Riesa wiedersehen. Dann findet zum dritten Mal ein Treffen ehemaliger Olympioniken in der Elbestadt statt. Organisiert natürlich von einem gleichermaßen erfolgreichen Sport-Senior, der seit einigen Jahren selbst Riesaer ist: Klaus Katzur. Die Schwimmlegende aus der ehemaligen DDR hat in den vergangenen Wochen und Monaten unerbittlich darum gerungen, das Treffen zum dritten Mal an die Elbe zu holen. Mit Erfolg. Inklusive Trainer, Journalisten und Funktionäre freut sich Katzur auf rund 90 Gäste. „Leider sind darunter nur sehr wenige aus den alten Bundesländern“, sagt der dreimalige Olympiateilnehmer. Was nicht unbedingt am mangelnden Interesse liegt. „Die Sportler dort kennen so etwas nicht“, betont Katzur.

Der 68-Jährige hat in seiner aktiven Zeit als Schwimmer den Zusammenhalt erlebt. „Da hat sich etwas entwickelt, das man als Sportfamilie bezeichnen kann“, sagt er. „Es ist schon beeindruckend, wenn sich Sportler nach 20 oder 40 Jahren wiedersehen.“ Denn ansonsten höre man höchstens bei runden Geburtstagen oder zufällig per Telefon mal voneinander. Sich zu treffen, dafür fehle es an Zeit und oft auch an den finanziellen Möglichkeiten. Auch auch für das Olympionikentreffen zahle jeder Teilnehmer seinen Anteil.

In Riesa hat Klaus Katzur für seine Idee sehr viele offene Ohren gefunden. Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer (CDU) konnte als Schirmherrin gewonnen werden. Hotels, Verkehrsunternehmen und Stadtwerke sagten Unterstützung zu. In dieser und der nächsten Woche finden letzte Gespräche mit Sponsoren statt, denn letztlich sollen sich die Teilnehmer in Riesa wohlfühlen, wenn sie über die „alten Zeiten“ plaudern und sich nebenbei natürlich über ihre Gastgeberstadt und vor allem deren sportliche Ambitionen informieren. Einige werden sich bei einem Staffelwettbewerb in der Schwimmhalle sogar selbst noch einmal aktiv zeigen. Zum Programm gehören am 9. Juli ferner Besuche in Einrichtungen des Sportclubs Riesa, eine Sponsorenstunde sowie eine rund dreistündige Dampferfahrt.

Riesa habe sich zunehmend als idealer Veranstaltungsort erwiesen, sagt Klaus Katzur. Denn die Geschichte der Olympioniken-Treffen reicht bis ins Jahr 1986 zurück. Damals kamen ausnahmsweise DDR-Sportler nach Potsdam. 1993 organisierte Katzur dann das erste Nachwendetreffen in der Nähe von Johanngeorgenstadt. „Nur elf Ehemalige aus der früheren DDR fanden den Weg auf den Rabenberg“, erinnert er sich. Mit Folkert Meeuw gastierte allerdings auch erstmals ein Schwimmer aus den Altbundesländern. Nach weiteren Stationen in Hannover 1995 und Chemnitz 1999 war Riesa dann 2003 und 2006 Gastgeber. „Den Ehemaligen hat es hier so gut gefallen, dass sie immer wieder nach dem nächsten Treffen in Riesa nachfragen“, so Klaus Katzur. Und nicht ohne Stolz vermerkt er, dass es solch ein Zusammentreffen so vieler olympischer Sportarten und Medaillengewinner „in der ganzen Welt nicht gibt“.

Katzur hat wohl auch aus diesem Grunde das Interesse von Sportlern anderer Länder geweckt. Es habe Anfragen aus den USA, aus Holland, Ungarn oder Italien gegeben. Doch deren Reise nach Riesa ist vor allem an finanziellen Möglichkeiten gescheitert. Trotzdem will Klaus Katzur den Traum nicht generell beiseite schieben, künftige Olympioniken-Treffen international auszuweiten. „Für Riesa und Deutschland wäre so etwas doch ein einmaliges Event“, sagt er.

(erschienen am 1. Juli 2011 in der Sächsischen Zeitung, Lokalausgabe Riesa)

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