Riesa gründet Fußball-Akademie

Riesa bekommt eine Fußball-Akademie
Vier Vereine gründen eine gGmbH, um künftig den Nachwuchs unter einem Dach zu strukturieren und zu lenken.
 
Von Thomas Riemer
 
Weiß, blau, rot und gelb sind die Trikots. Logo und Aufschrift sind neu: Fußball-Akademie Riesa prangt darauf. Das klare Zeichen: Riesa will künftig neue Wege gehen, um vor allem den Nachwuchsfußball in der Stadt voranzubringen.

Eine gemeinnützige GmbH wird ab 1. Juli des kommenden Jahres die Geschicke in die Hand nehmen. Das ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen der vier Fußball spielenden Vereine in der Stadt: TSV Stahl, ESV Lok, SC und SG Canitz. Man habe zum Anfang der Gespräche festgestellt, „dass wir alle auf demselben See sitzen, uns aber nicht in einem Boot befinden“, sagt Thomas Kupper, Sportlicher Leiter Fußball beim SC Riesa. Deshalb sei man sich relativ schnell einig geworden, dass der „Nachwuchs unter ein Dach gehört“. Dabei seien verschiedene Modelle durchgespielt worden: Zum Beispiel die Gründung eines Förder- oder eines komplett neuen Vereins. Letztlich hätten sich die Vereine für die gGmbH als „modernere Form eines Vereins“ entschieden. Der Männerbereich der Vereine bleibt davon (vorläufig) unbeeinflusst.


Während viele Schritte auf dem Weg zur Akademie noch auf den Weg gebracht werden müssen, steht ein nicht unwesentliches Detail schon fest. Die kleinen Fußballer aus Riesa werden künftig mit einem einheitlichen Logo auf den Trikots auflaufen. Die wiederum behalten ihre bisherigen Farben. Denn: „Es geht darum, ein einheitliches Bild abzugeben, ohne auf die traditionellen Einheiten zu verzichten“, so Ronald Kühne, Fußball-Chef bei der SG Canitz. Dazu gehöre auch das Logo der Akademie. Bewusst seien die Vereinsfarben aller Beteiligten dort verankert worden. Und wer sich an Riesaer Fußballzeiten der Vergangenheit erinnere, dürfte durchaus Parallelen erkennen, so Kühne.

Am 1. Juli 2012 ist „scharfer“ Start für die gGmbH. Wo sie ihren Sitz haben wird, ist noch nicht entschieden. Wohl aber, dass die Stadtwerke Riesa sowie die Elbestahlwerke Feralpi die beiden großen Hauptsponsoren sein werden. Der Stahl-Riese ist ja bereits großzügiger Gönner des SC Riesa – vertraglich fixiert bis zum Saisonende im Frühsommer 2012. Werkdirektor Bernd Kalies geht davon aus, dass das Sponsoring dann nahtlos in der Fußball-Akademie anknüpfen wird. „Unser Anspruchsdenken war von Anfang an, dass wir uns für den Nachwuchs stark machen“, so Kalies.
Derzeit sind die Analysen in der Arbeitsgruppe in vollem Gange, teilweise auch schon abgeschlossen. Mannschaftsstärken, Trainings- und Spielplätze, Hallenkapazitäten, Trainerzahlen und -lizenzen. Auch ein Finanzplan sei bereits aufgestellt worden, so Thomas Kupper, ohne jedoch auf konkrete Zahlen einzugehen. Auch Feralpi-Chef Kalies hält sich über das finanzielle Engagement von Feralpi bedeckt. „Genaue Zahlen werden wir hier nicht preisgeben“, sagt er augenzwinkernd.

Klar ist dagegen: Keiner der vier Vereine soll untergebuttert werden, jeder für sich bleibt bestehen. Die Akademie will dabei jedoch die Leistungskomponente in den Mittelpunkt rücken. Wer künftig also wo spielt oder trainiert, wird weitgehend in der Akademie entschieden. Gleiches gelte auch für die Trainer.

Dass die Riesaer Vereine mit dem Schritt Neuland in Sachsen betreten, macht die Sache für die nächsten Monate spannend. „Mit der Vision vor Augen geht es in der kommenden Zeit um die Umsetzung im Detail“, heißt es dazu in der gemeinsamen Erklärung.
 
(Sächsische Zeitung Riesa am 22. Dezember 2011)

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