Riesa richtet Special Olympics aus

Sport ohne Verlierer 

In gut einer Woche werden Sachsens erste Sommerspiele für geistig Behinderte in Riesa eröffnet. Rund 600 Aktive haben schon zugesagt.

Von Thomas Riemer

In jedem von uns steckt ein Held.“ Stolz tragen Cindy, Frank und Stephan ein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck, der auf die Special Olympics für geistig Behinderte in der kommenden Woche in Riesa verweist. Das Trio wird bei den Wettkämpfen die Farben der Elbestadt als Fußballer und Schwimmer vertreten. Gemeinsam mit mindestens 600 weiteren Aktiven, die in neun Sportarten starten.Erstmals gibt es in diesem Jahr die regionalen sächsischen Sommerspiele. Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer (CDU) hofft auf ein „Fest des Sports und der Lebensfreude“ vom 22. bis 25. September. Gemeinsam mit dem SODiS e.V (Special Olympics Deutschland in Sachsen) sowie dem Sportclub Riesa ist in den letzten Wochen buchstäblich alles vorbereitet worden, damit sich Sportler, Betreuer und Gäste in Riesa wohl fühlen können. „Jeder Cent, der für so eine Veranstaltung ausgegeben wird, lohnt sich“, so Töpfer.
Geld ist natürlich ein brisantes Stichwort. Davon kann Peter Jorcke, selbst Rollstuhlfahrer, ein Lied singen. Er hat im Sommer mehr oder weniger zufällig zu den Organisatoren gefunden und kümmert sich seitdem um die Finanzen. „Unterm Strich eine Null“ prognostiziert er für die Spiele inzwischen. Dank vieler freiwilliger Helfer und Spenden aus der Region, aber auch durch die Förderung der Wettbewerbe durch die sächsische Landesreg ierung könnte dies klappen.
Beim SODiS e.V. dagegen ist man „durchaus aufgeregt“. Allerdings vor allem wegen der Tatsache, das es regionale Sommerspiele in Sachsen in dieser Form noch nie gab, so der amtierende Vereinschef Jürgen Zenker. Durch den Erfolg der Winterspiele in Altenberg sei er allerdings zuversichtlich, dass Riesa und d besonders der SC „das professionell organisieren kann“. Immerhin diene der regionale Wettkampf als Nominierungswettkampf für die nationalen Sommerspiele. Das sei für die Sportler eine doppelte Herausforderung. 
Auch die Geschäftsführerin des SC Riesa, Peggy Freytag, ist sich sicher, dass es „keine Verlierer geben wird“. Gemeinsam mit SODiS, den SC-Abteilungsleitern und Sportlern kümmert sie sich um jegliche Dinge der Vorbereitung – von der Präparation der Wettkampfstätten bis hin zur Akquise der unzähligen freiwilligen Helfer. Die kommen überwiegend aus Schulen der Stadt und der Berufsakademie. Kommende Woche wird Peggy Freytag mit ihrer „Schaltstelle“ in die Erdgasarena umziehen, wo dann bereits die Ausgabe der Akkreditierungen für die Teilnehmer beginnt. 
Wie es sich für Olympische Spiele gehört, werden die Special Olympics in Riesa mit einer angemessenen Zeremonie am 22. September in der Erdgasarena eröffnet. Zum konkreten Ablauf hält sich Peggy Freytag allerdings noch bedeckt. „Es wird eine wunderschöne Veranstaltung“, verrät sie zurückhaltend. Ins Programm einbezogen seien nicht nur Sportler des SC Riesa, sondern auch zahlreicher anderer Vereine der Stadt. Nicht fehlen werden olympische Rituale wie das Hissen der „Special-Olympics-Fahne“, das Entzünden des Feuers und das Ablegen des Eides. Darin heißt es übrigens: „Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben.“

(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa, am 14. September 2011)

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