Stahl Riesas Europacup-Helden

Stahl Riesas Europapokal-Helden
Kurbjuweit, Kotte, Sachse & Co. feierten ihre größten Erfolge anderswo. Tore schossen sie aber auch in der Stahl-Stadt.
 
Von Thomas Riemer
 
Sie haben nie gemeinsam in einer Elf gespielt. Aber sie haben eins gemeinsam: Als Aktive gehörten sie sowohl der BSG Stahl Riesa an und spielten gleichermaßen mindestens ein Mal auch im Europapokal – dort allerdings für andere Teams. Das ist sie also – die Stahl-Europapokal-Elf vergangener Jahre.

Claus Boden (geboren 1951)
Claus Boden entstammt der Torwartschule von Dynamo Dresden. Insgesamt wurde er mit Dynamo viermal DDR-Meister. Nach 153 Oberliga- und 39 Europapokalspielen für Schwarz-Gelb wechselte er 1982/83 nach Riesa. Boden bestritt dort bis 1988 129 Oberligaspiele.

Manfred Kallenbach (1942-2010)
Kallenbach begann seine Laufbahn als Handballtorwart, wechselte 1960 als Fußballtorhüter zu Dynamo Dresden. Sein erstes Oberligaspiel bestritt er 1966. 105 wurden es insgesamt, hinzu kamen fünf Europapokalspiele. 1973/74 wechselte Kallenbach zum Aufsteiger Stahl Riesa. Doch dort kam er nicht über die Reservistenrolle hinaus.
 
Ralf Hauptmann (geb. 1968)
Bei Stahl Riesa spielte Hauptmann lediglich während der Jugendzeit. Bei Dynamo Dresden schaffte er es auf zehn Europa-Cup-Einsätze, ehe er 1993 zum 1. FC Köln wechselte.
 
Andreas Schmidt (geb. 1959)
Andreas Schmidt spielte für Dynamo Dresden und Stahl Riesa in der DDR-Oberliga. In Dresden absolvierte der meist als Ersatzspieler fungierende Schmidt auch seine acht Begegnungen in einem europäischen Wettbewerb. 1985/86 schloss er sich Stahl Riesa an. Seine letzte Oberligapartie bestritt Schmidt am 26. März 1988.
 
Lothar Kurbjuweit (geb. 1950)
Lothar Kurbjuweit spielte zu Beginn seiner Laufbahn in Seerhausen. Noch als Schüler wechselte er 1965 zur BSG Stahl Riesa. Nach 35 Oberligaspielen kam der Wechsel nach Jena. In den europäischen Pokalwettbewerben kam Kurbjuweit auf satte 55 Einsätze, stand auch in jener Mannschaft, die 1981 das Finale im Pokalsiegerwettbewerb erreichte, aber 1:2 gegen Dinamo Tiflis verlor.
 
Wolfgang Lischke (geb. 1947)
Wolfgang Lischke absolvierte 131 Spiele in der DDR-Oberliga. 1972/73 gehörte er zum Europacup-Aufgebot von Dynamo Dresden, kickte vorher bei Stahl Riesa.
 
Frank Schuster (geb. 1955)
Schuster schloss sich 1975 dem Oberligisten Stahl Riesa an. Anfang 1981 wurde Schuster ein Dresdner Dynamo. Während seiner neun Oberligaspielzeiten bestritt er 172 Punktspiele, 81 für Stahl Riesa und 91 für Dynamo Dresden. Von den während seiner Zeit in Dresden ausgetragenen zwölf Europapokalspielen absolvierte Schuster sechs Begegnungen.
 
Jan Rziha (geb. 1963)
In der Saison 1984/85 schnürte der Mittelfeldakteur die Töppen für Stahl Riesa, bevor es ihn zum HFC Chemie zog. Dort bestritt der Hüne auch sein einziges Spiel in der Europa-League: Am 18. September 1991 gewann der Hallesche FC gegen Torpedo Moskau mit 2:1.
 
Peter Kotte (geb. 1954)
Peter Kotte wechselte 1969 zur Jugendmannschaft der BSG Stahl Riesa. Der Wechsel zu Dynamo Dresden erfolgte 1973 beinahe über Nacht. Innerhalb von sieben Jahren bestritt er 156 Oberligaspiele für Dresden. In dieser Zeit wurde er in allen 36 Dresdner Europapokalspielen eingesetzt und schoss vier Tore.
 
Rainer Sachse (geb. 1950)
Rainer Sachse spielte von 1969 bis 1980 ebenfalls für die Dresdner. In seinen 32 Europapokalspielen erzielte er sechs Tore. Nach dem Wechsel zu Stahl Riesa brachte er es bis 1984 auf 208 Erstligaeinsätze mit insgesamt 82 Toren.
 
Frank Richter (geb. 1952)
Bei Dynamo Dresden war der gelernte Stürmer der „Edel-Joker“. 37 Mal gehörte er zum Aufgebot bei EC-Spielen. In Riesa ließ Richter seine Karriere 1982 ausklingen, bestritt insgesamt mehr als 130 Oberliga-Spiele. (mit Wikipedia)

(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 26. November 2011)

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