Edelparken am Remonteplatz

 

Edel-Parken am Remonteplatz

Der erste Bauabschnitt zum Straßen- und Kanalbau ist abgeschlossen. Und mancher Bürger staunt, dass er hier sein Auto kostenfrei abstellen darf.

Von Thomas Riemer

Nein, ein Schleifchen bekommen die Autos nicht, die auf dem Großenhainer Remonteplatz parken. Ein Knöllchen allerdings müssen die Fahrzeugbesitzer auch nicht fürchten. Denn: Die aufwendig sanierten Parkflächen sind kostenfrei.

Seit einigen Wochen sind neue Parkflächen im vorderen Bereich des Remonteplatzes für Besucher der dort ansässigen Institutionen, Behörden, Schulen nutzbar. Fast 180 Stück. Reichlich 670000 Euro hat sich die Großenhainer Stadtverwaltung die umfangreichen Umbaumaßnahmen kosten lassen. 75Prozent der Kosten kamen aus dem Förderprogramm für nachhaltige Stadtentwicklung. 15 Prozent steuerte der Stadtumbau Ost bei. Der städtische Haushalt wurde, folgt man den Angaben des Rathauses, mit lediglich rund 70000 Euro belastet.

Besucher des früheren Kasernengeländes staunen. Die früher holprige Zufahrt von der Albertstraße ist durch einen neuen Asphaltbelag ersetzt worden. Fußwege sind neu gepflastert. Und wo früher Parken wegen tiefer Löcher und Schlamm besser nicht anzuraten war, stehen jetzt vorbildliche gepflasterte und asphaltierte Flächen zur Verfügung. Und das zum Nulltarif – Parkautomaten sucht man jedenfalls vergeblich.

Ernst Scheffler ist von der Situation angetan. „Ich muss zwar nicht oft hierher, aber es ist schön, dass man nicht stundenlang nach einem Parkplatz suchen muss“, sagt er. Auch wenn die Zufahrt zum Gelände aus seiner Sicht etwas verwirrend ist. Geschuldet ist das dem Ansinnen der Bauherren, hier einen verkehrsberuhigten Bereich zu schaffen. Der reicht bis zum Beginn „Am Marstall“ und führt an der Förderschule vorbei.

Dass vor dem Block des Landratsamtes statt möglichem Grün „Edelpflaster“, wie es Ernst Scheffler nennt, gelegt wurde, ringt dem Rentner ein Schulterzucken ab. „Eine Wiese wäre doch sicherlich billiger gewesen“, glaubt er. Zumal durch den quasi nahtlosen Übergang zwischen Pflaster und Asphalt nicht eindeutig sei, wo denn nun Autos fahren und Fußgänger Vorrang haben.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das Gesamtpaket für das „Bürgerzentrum Husarenviertel“ ausschlaggebend. Deshalb ist der jetzt fertiggestellte Bereich auch nur ein erster von drei Bauabschnitten. Vor gut einem Jahr stimmte der Stadtrat den drei Jahresscheiben zu. Noch in diesem Jahr wird die Straße „Am Marstall“ sowie an der Nordseite des Remonteplatzes gebaut bis zur Ausfahrt zur B 101 gebaut. Nächstes Jahr sind dann die Ostseite des Remonteplatzes sowie die Husarenstraße im Norden des Bürgerzentrums dran. Parallel zu allen Bauabschnitten erfolgen notwendige Kanalbauten. Die alten Systeme haben immerhin teilweise mehr als 70 Jahre auf dem Buckel. Gleiches gilt für die Beleuchtung. Die bisherigen Lampen sind immerhin auch schon um die 50 Jahre alt.

Ob die verhältnismäßig große Zahl an Parkflächen auch tatsächlich nötig war, dahinter steht zumindest ein Fragezeichen. Denn schon lange gibt es im nördlichen Bereich des Bürgerzentrums den großen Parkplatz des Landratsamtes, den vor allem am Wochenende auch Gäste der Remontehalle nutzen.

Ob sie bei Nutzung der neuen Flächen künftig zur Kasse gebeten werden, dazu ist bislang nichts bekannt. Solange es beim kostenlosen Parken bleibt, darf man getrost vom Edelparken sprechen.

(Sächsische Zeitung Großenhain, 26. Juli 2012)

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