Spätes Zeugnis einer sportlichen Erfolgsgeschichte

Zum 60. Geburtstag erscheint eine Chronik des SV Motor Großenhain.

Von Thomas Riemer

Die Einweihung des Großenhainer Sportparks vor gut einem Jahr ist eins der jüngeren Ereignisse in der Geschichte des SV Motor Großenhain. Andere, weit länger zurückliegende, liefen Gefahr verlorenzugehen. Zumindest in der Erinnerung von Zeitzeugen. Denn an das Gründungsjahr vor 60 Jahren können sich mittlerweile nur noch wenige Motor-Aktivisten erinnern.

Ursel Förster, das Motor-Urgestein und noch immer die Vereinsvorsitzende, ist eine von ihnen. Mittlerweile 86 Jahre alt. „Die Ursel hat uns so viele Dinge erzählt, die sonst keiner mehr weiß“, sagt Ute Pham. Sie gehörte zu den Ideengebern für eine Vereinschronik, die pünktlich zum Jubiläum fertig geworden und geradezu einzigartig ist. Denn auf 160 Seiten erfahren die Leser unter anderem, dass im Verein neben den noch immer bewährten Sportarten Leichtathletik, Kegeln und Faustball auch vor langer Zeit einmal Billard gespielt wurde. Erinnert wird an die Vereinsgründung und den ersten Vorsitzenden 1952 – einen gewissen Karl Förster. Er war „Ursels“ Vater und hinterließ eine ganze Reihe von Zeitdokumenten, die in die Chronik eingeflossen sind.

Außerdem hatte das Autorenteam um Ute Pham im vergangenen Jahr einen Aufruf zur Materialsammlung gestartet – doch die Resonanz blieb bescheiden. Dennoch: An Material fehlte es letztlich nicht, musste gewissenhaft ausgewählt – und freilich auch aus Platzgründen verzichtet werden. „Vieles war überhaupt noch nicht digital erfasst“, sagt Ute Pham. In mühevoller Kleinarbeit mussten daher alte Fotos gescannt, historische Texte neu erfasst werden. „Eine Mammutarbeit“, beschreibt Pham das Projekt – und hält jetzt stolz das Ergebnis in den Händen. 300 Stück sind gedruckt worden und können zum symbolischen Preis von zehn Euro erworben werden. Der ideelle Wert liegt weit, weit höher – denn diese Chronik ist ein Muss.
Das Vereinsjubiläum wurde zünftig und natürlich vor allem sportlich gefeiert. Die Leichtathleten um Abteilungsleiterin Ute Richter hatten sich dabei ganz dem Anlass entsprechend auf zwei Sportfeste vorbereitet – eins für Senioren am Sonnabend sowie ein „Bambini-Sportfest“ für die allerjüngsten Läufer, Werfer und Springer. Beide Altersgruppen trugen ihre Wettbewerbe im Stadion des Sportparks Husarenviertel aus. Hier, so Abteilungschefin Ute Richter, finden die Aktiven seit Nutzungsbeginn im vergangenen Jahr beste Bedingungen vor. Beinahe täglich trainieren jung und alt auf der Bahn und den einzelnen Anlagen. Drei Sportler des Vereins haben sich für die Senioren-Europameisterschaften im August qualifiziert. Sie finden quasi „vor der Haustür“ in Zittau statt. Dort werden die Großenhainer Farben dann zusätzlich von vier Kampfrichtern vertreten.
Zu den jüngeren Erfolgen in der Vereinsgeschichte zählen die Medaillen der Leichtathleten bei den Special Olympics in München. Dort gab es neunmal Edelmetall von behinderten Sportlern, die bei Motor Großenhain trainieren. 

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