Der SC Borea steht wieder auf

 

Borea steht wieder auf

Nach einem Jahr Zwangspause im Männerbereich weht frischer Wind aus dem Dresdner Norden. Die neue Mannschaft startet in der Landesliga.

Von Thomas Riemer

Thomas Baron ist mit einem Termin für ein Mannschaftsfoto noch zurückhaltend. Denn noch steht die 1. Männermannschaft des SC Borea Dresden für die neue Saison nicht endgültig. Klar ist aber jetzt schon: Es wird ein ganz besonderes Team sein.

Denn Borea und sein sportlicher Leiter Thomas Baron planen ein Abenteuer. "Landesliga" heißt der ehrgeizige Anspruch, den sich die neuforierten Boreaner für die anstehende Saison stellen. Nach einem Jahr Zwangspause. Denn vor reichlich zwölf Monaten zog der Verein aus dem Dresdner Norden für viele überraschend das Männerteam aus dem Spielbetrieb der Fußball-Oberliga zurück, löste es gar auf. Finanzielle Engpässe gaben seinerzeit den Ausschlag. Seitdem war es ruhig um den Verein aus dem Jägerpark. Auch wenn der Nachwuchs dank der Hilfe vieler Enthusiasten und auch Sponsoren zumindest in einigen Alters- und Spielklassen für Furore sorgte.

Auch jetzt hat die wirtschaftliche Stabilisierung bei den Boreanern noch absoluten Vorrang. Aber Vereins- und Geschäftsführung sowie die sportliche Leitung und nicht zuletzt der junge, erst 31-jährige Coach Andrè Müller wollen sich in das Abenteuer "stürzen". Sportdirektor Baron geht davon aus, dass ein Stamm von 18 Spielern zur Verfügung stehen wird. Erfahrungen mit Landesliga-Fußball hat von ihnen praktisch keiner. Der Jägerpark ist für die meisten absolutes Neuland - abgesehen von einigen Nachwuchsspielern aus den Reihen des SC Borea. Hinzu kommen völlig unterschiedliche Fittness-Voraussetzungen bei den einzelnen Kickern. Manche haben ein Jahr vollen Spielbetrieb hinter sich und sind top drauf. Anderen fehlt eine längere Praxiserfahrung.

Trotzdem: Die ersten Vorbereitungsspiele machen Mut. Nicht nur der Ergebnisse wegen, sondern auch spielerisch versuchten sich die Boreaner bei teils großer Hitze schon an so mancher Raffinesse. Bezirksligist Großenhainer FV wurde beispielsweise bei 35 Grad auf dessen Platz mit einem 7:2 geradezu weggefegt. Zum Vergleich: Gegen die "Reserve" von Dynamo Dresden hatten die Röderstädter drei Tage zuvor lediglich 0:2 verloren und den Favoriten dabei sogar sichtlich in Bedrängnis gebracht.

Hoch gesteckte Saisonziele, etwa den "Durchmarsch" in die Oberliga, haben die Boreaner nicht. "Klares Ziel ist der Klassenerhalt und der sportliche Respekt vor jedem Gegner", so Sportdirektor Baron. Allerdings habe man vor keinem Konkurrenten Angst. "Wir werden nicht in Demut sterben und versuchen, uns die nötigen Punkte zu holen", so Baron.  Er will in den nächsten Tagen noch dieses oder jenes Gespräch mit Kickern führen, die ins Team passen könnten. Nach ein paar Tests und Trainingseinheiten steht am 12. August die Borea-Premiere in der Landesliga auf dem Plan. Dann empfängt der eine Neuling den anderen: Borea fährt zum Aufsteiger BSC Freiberg. Das Abenteuer beginnt.

(erschienen in der Sächsischen Sport-Zeitung, Ausgabe August 2012)

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