Keine Bange vor der großen Sause
 
 
Von Thomas Riemer
 
Großenhain ist reif für das Fest, sagen die Befürworter. Wie soll der Ansturm bewältigt werden? Die SZ hat im Konzept geblättert.

Der Countdown läuft - auch wenn er mit einer Dauer von zwei Jahren vergleichsweise lang ist. Doch mit der Entscheidung für Großenhain als Ausrichterstadt des "Tages der Sachsen" 2014 bricht wieder eine Etappe der "Aufbruchstimmung" über die Stadt herein. Was wollen, was können die Großenhainer logistisch in die Waagschale werfen?

Wohin mit Bühnen, Festzelten und Großveranstaltungen?

Es wird kein Fest der Riesen-Arenen. Größte überdachte Veranstaltungsorte stehen mit der Remontehalle (750 Sitzplätze), der Marienkirche (800), dem Kulturhaus Schloss (400), dem Schützenhaus (200) sowie dem Albertreff (150) zur Verfügung. Haupt-, Neu-, Frauen- und Topfmarkt sowie Remonteplatz und der Parkplatz Beethovenallee sind mit Bühnen "verplant". Große Zelte könnten auf dem Rahmenplatz, der Zschille-Wiese, der Festwiese, am Festplatz Auenstraße sowie an der Beethovenallee aufgebaut werden.

Wie kann die erwartete Blechlawine bewältigt werden?

Ein Wunsch vieler Einheimischer wird Wirklichkeit: Die Stadt ist mindestens drei Tage so gut wie autofrei. Wie in den bisherigen Ausrichterstädten soll das Festgebiet mit einem durchorganisierten Shuttle-Bus-Verkehr erreicht werden können. Für Gäste mit Auto heißt das, einen der vorläufig 20 000 geplanten Parkplätze außerhalb Großenhains zu nutzen. 12 000 davon sind auf dem Flugplatzgelände ausgewiesen, 5 000 an der S 81 aus Richtung Dresden, weitere 3 000 an der B 101 aus Richtung Meißen. Zusätzlich sind ein Extra-Caravan- sowie zwei größere Fahrradstellplätze nahe des Festgebietes geplant. Anwohner der Innenstadt sowie Teilnehmer des Sachsentages sollen dem vorläufigen Konzept zufolge rund 1 500 Parkplätze am Rand des Festgebietes zur Verfügung gestellt bekommen.

Wo können Mitwirkende und Gäste übernachten und essen?

Acht Schulen, das Berufliche Schulzentrum sowie sieben Turnhallen bieten Platz für etwa 3 000 "Lagerplätze". Inklusive aller Ortsteile kommen noch einmal rund 400 Betten in Pensionen und Hotels hinzu. Außerhalb der Stadt, in einem sogenannten 30-Kilometer-Radius, zählen die Veranstalter auf 7 000 Betten in 275 Hotels und Pensionen sowie 100 Privatquartieren mit 500 Plätzen. 20 Gaststätten und Restaurants mit 1 000 Plätzen, zehn Cafés und Bars sowie 15 Imbiss-Läden stehen zur Verfügung. Örtliche Caterer und Kantinen stehen für die Massenverpflegung bereit.

Wer sorgt für Ordnung und Sicherheit?

Dieter Greß, Leiter des Großenhainer Polizeireviers, rechnet aus der Erfahrung heraus zwar mit wenig Problemen. Doch Polizei und Feuerwehr vor Ort werden "Gewehr bei Fuß" stehen. Ebenso soziale Verbände und Vereine zur Gewährleistung medizinischer Hilfe. Das nächstgelegene Krankenhaus dagegen ist 15 Kilometer entfernt.

(Sächsische Zeitung Großenhain, 11. September 2012)

 

Nach oben