Schwere Technik beim Abriss des Klinikums

 

Schwere Technik für den Bauschutt am Krankenhaus
 
Bis Ende Oktober verschwindet der Altbau. Dort entstehen Park- und Grünanlagen für die Gäste der künftigen Reha-Klinik.

Von Thomas Riemer

 

  Lokales Großenhain
 
Christian Breschke schaut regelmäßig am früheren Krankenhaus vorbei. „Ich hab mehrmals hier gelegen“, erinnert sich der Großraschützer. Gallen-OP, Leistenbruch, Herzprobleme – im „alten“ Haus an der Weinbrunnenstraße brachten ihn die Mediziner wieder „auf Vordermann“. Nicht nur deshalb verschlägt es den Rentner immer mal wieder zur jetzigen Baustelle. „Man ist ja neugierig“, so Breschke gestern. Noch ist zumindest der Mittelbau mit dem zuletzt aufgesetzten OP-Trakt zu sehen. Die Nebengebäude dagegen sind bis auf Teile der Keller nicht mehr da. Dafür riesige Berge von Bauschutt.
„Voraussichtlich Ende Oktober werden die Abrissarbeiten beendet sein“, sagt Daniela Bollmann, Sprecherin der Elblandkliniken. Das sei trotz des enormen Umfangs eine realistische Terminstellung. Dann wird an der Stelle des ehemaligen Krankenhauses eine ebene Fläche sein, die über kurz oder lang als Parkplatz sowie Grünanlage genutzt werden soll.

Technik und Handarbeit

Trotz schwerer Technik kommen die Mitarbeiter des Abrissunternehmens TFI Netzschkau jedoch nur verhältnismäßig mühsam voran. Ein wesentlicher Grund liegt in den Umweltauflagen, die die Entsorgung des Bauschutts vorgeben. Sie schreiben unter anderem eine akribische Trennung der Materialien vor. Deshalb müssen die Bagger immer wieder pausieren, damit zum Beispiel Glaswolle, Aluminiumteile oder Ziegelbauwerk per Handarbeit sortiert gelagert werden können. Dass dabei irgendwelcher „brisanter“ Müll darunter ist, muss allerdings niemand befürchten, beteuern alle Beteiligten. Die verschiedenen Materialien werden sofort in Säcke gegeben, die noch am Tag des jeweiligen Abrissabschnittes abgeholt werden. Um die Staubentwicklung vor Ort zu „drosseln“ wird die Baustelle außerdem immer wieder mit Wasser bespritzt.
Unter Zeitdruck stehen die Netzschkauer keinesfalls. Denn mit der Terminverschiebung der Eröffnung der neben der Abrissstelle befindlichen neuen Reha-Klinik können auch die Parkplätze und Außenanlagen noch warten. Zwei größere Wasserschäden am Neubau hatten das Vorhaben kräftig in Verzug gebracht. In einem Gebäudeteil musste der gesamte Estrich entfernt werden. Der Zeitverzug lasse sich nicht wieder aufholen, hatte Elblandkliniken-Geschäftsführer Markus Funk diesen Umstand vor gut zwei Wochen kommentiert. Die ersten Patienten in der Rehabilitations- und Präventionsklinik sollen nun Ende des Jahres einziehen. Offizielle Klinik-Eröffnung ist am 1. Februar 2013. Ein Teil des neuen Hauses wird indes schon genutzt. Dort haben mehrere Praxen, die früher im alten Krankenhausanbau untergebracht waren, ihr neues Domizil aufgeschlagen.
Auch Christian Breschke war dort bereits als Patient. Vom Neubau zeigt er sich beeindruckt, auch wenn er sich natürlich Gedanken macht, dass Großenhain künftig kein eigenes Krankenhaus mehr hat. Aus eigenem Erleben kennt er die Klinik in Riesa, aber das liege schon Jahre zurück. Immerhin: Die Elbestadt bekommt in den nächsten Jahren einen Neubau, sozusagen als Großenhain-Ersatz.

 

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