Edeka: Bangen um die Zukunft

Edeka-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft
Spätestens 2014 wird das Lager in Staucha/Hof geschlossen. Jetzt steht die Frage, wer künftig zum neuen Standort nach Berbersdorf mitgehen darf.
 
Von Thomas Riemer
 
Wieder einmal herrscht Unruhe unter den rund 250 Beschäftigten im Edeka-Lager Hof bei Staucha. Nachdem seit etwa fünf Jahren feststeht, dass die Einrichtung geschlossen wird und in ein neu zu bauendes Lager in Berbersdorf an der A 4 verlagert wird, geht es jetzt ans Eingemachte. „Zusammen mit dem Lager in Borna sind derzeit 512 Menschen bei Edeka beschäftigt“, sagt Verdi-Sprecherin Sylke Hustan. „Nur 308 von ihnen werden in Berbisdorf übernommen.“

Betriebsräte aus Hof und Borna sowie Verdi-Vertreter haben deshalb in der vergangenen Woche einen Gesamtbetriebsratsausschuss gegründet. Denn: „Die Geschäftsleitung interpretiert alles ziemlich einseitig und belügt uns“, so Sylke Hustan gestern auf SZ-Anfrage. Es sei eine einzige „Eierei“, wenn die Rede auf Berbersdorf komme.

Der Streit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber dreht sich vor allem um das Thema Betriebsübergang sowie um Regelungen für jene Mitarbeiter, die nicht zum neuen Standort wechseln. Wer das sein wird, darüber ist zwar noch keine Entscheidung gefallen. In Hof fand diesbezüglich zumindest schon eine Mitarbeiterbefragung statt. „Borna muss da jetzt nachziehen“, so Sylke Hustan. Sollte sich das Ergebnis nicht mit der Zahl der Arbeitsplätze in Berbersdorf in etwa decken, „dann ist das neuer Zündstoff“, so die Gewerkschafterin. In jedem Fall müsse es für alle später nicht berücksichtigten Beschäftigten Ausweichregelungen geben. Und zwar ungeachtet von eventuellen Vorschlägen, die Edeka für eine Nachnutzung der Lager in Hof und Borna unterbreiten will.

Immerhin wollen sich Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat jetzt an einen Tisch setzen. Am 8. Dezember soll über Modalitäten verhandelt werden.
 
(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 25. November 2011)

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