Glaubitz feiert friedliches Rockfestival

Rund 3000 Rockfans feiern ein friedliches Open-Air-Konzert

Die Glaubitzer Organisatoren ziehen ein erstes positives Resümee. Befürchtete Auseinandersetzungen blieben aus. Nächstes Jahr soll es eine Neuauflage des Festivals geben.

Von Thomas Riemer
Bis zum Ende am frühen Sonntagmorgen blieb alles friedlich. Die Veranstalter haben ganze Arbeit geleistet, das Publikum war begeistert. – So sieht das erste Fazit nach dem Glaubitzer Musikfest „Back to future“ am Wochenende auf dem Reitplatz nahe der B 98 aus. „Wir hatten an den beiden Veranstaltungstagen Freitag und Sonnabend jeweils rund 1500 Leute auf dem Platz“, so Holm Weichhold, der gemeinsam mit seinem Partner Daniel Kunze die Gesamtleitung der Open-Air-Veranstaltung hatte. Und damit natürlich auch die Gesamtverantwortung. Entsprechend erleichtert verkündete Weichhold dann am Sonntag die bis dato vorliegenden Erkenntnisse, dass auch im Umfeld des Konzertes alles im Rahmen geblieben ist. Die Polizei bestätigte dies gestern. Alles sei relativ ruhig geblieben. Lediglich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung sowie eine wegen Körperverletzung mussten bis Sonntag bearbeitet werden, hieß es gestern auf SZ-Anfrage.
28 Bands aus elf Ländern ließen es auf der Bühne des Reitplatzes zwei Tage mächtig krachen. „Es war Musik – für jeden etwas“, so Weichhold. Entsprechend kam auch das Publikum aus der gesamten Bundesrepublik sowie auch aus angrenzenden Ländern nach Glaubitz. „Das Gros der Leute ist so im Alter zwischen 25 und 40“, schätzt Holm Weichhold. Und daher schon etwas „gesetzter“ als bei einer reinen Teenie-Fete. Dem sei dann wohl geschuldet, dass das gesamte Festival in einer schon recht familiären Atmosphäre über die Bühne ging. Dazu gehöre auch die große „Einstimmungsparty“ im Waldbad, die in sehr gelöster Stimmung vonstatten ging.
Was die Veranstalter besonders freut: Auch die Glaubitzer selbst haben „durchgehalten“ und nach Ansicht von Holm Weichhold auch fantastisch mitgezogen. Viele Anwohner seien an den beiden Konzerttagen selbst Besucher gewesen oder aber hätten aus Neugier einfach mal vorbeigeschaut. Auch Bürgermeister Lutz Thiemig überzeugte sich am Freitag vor Ort, dass die Veranstalter, und da vor allem das Sicherheitspersonal, eine tolle Arbeit leisteten. „Ohne Kulturverein, Feuerwehr, den Gemeinderat und viele andere Glaubitzer wäre solch ein Konzert undenkbar“, so Holm Weichhold. Um die 100 Helfer seien im Einsatz gewesen. Hinzu kommt die beauftragte Security-Firma, die die Veranstaltung sehr bestimmt, aber auch entspannt durchzog.
Gestern lief dann die große Abreisewelle an, begannen erste Säuberungsarbeiten. Bis Dienstag oder Mittwoch, so die Schätzungen der Veranstalter, werden die Aufräumarbeiten auf dem und rund um den Reitplatz noch in Anspruch nehmen. Danach folgt der große Rückblick, der sicherlich auch in einer Vorausschau münden wird. Denn nach dem Erfolg vom Wochenende sei man jetzt wohl in einer gewissen „Bringeschuld“, so Holm Weichhold. Viele Besucher, aber auch Anwohner selbst würden eine Neuauflage jetzt einfach erwarten. Das ist nach manchen Diskussionen der Vergangenheit und den Misstönen, die im Vorfeld von rechten Kräften ins Spiel gebracht wurden, durchaus Musik in den Ohren der Organisatoren. „Auf jeden Fall haben wir die Leute überzeugt, dass wir so etwas auf die Beine stellen können“, freut sich Holm Weichhold deshalb.

(erschienen in der Sächsischen Zeitung, Lokalausgabe Riesa, am 18. Juni 2011)

Nach oben