Schulgelände wird zur grünen Lunge
Die alte Wülknitzer Schule wird nächstes Jahr abgerissen. Rund um Turnhalle und Spielplatz entsteht eine Erholungsfläche.
 
Von Thomas Riemer
 
Die Umgestaltung des alten Schulareals in Wülknitz nimmt weiter Gestalt an. Dort, wo derzeit noch  das ehemalige Schulhaus steht, will die Gemeinde eine Freifläche mit viel Grün und Freizeitmöglichkeiten schaffen. Das sehen die Pläne vor, die am Dienstag im technischen und  Verwaltungsausschuss verabschiedet wurden.
 
Vorher wird die frühere Grundschule abgerissen. Der finanzielle Ansatz dafür hat sich allerdings imVergleich zu den ursprünglichen Vorstellungen verändert. Allein der Rückbau kostet nach neuesten Erhebungen rund 137 000 Euro. Weitere 100 000 Euro seien für die Gestaltung der Freiflächen veranschlagt, so Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos). Die gute Nachricht: Die Gesamtmaßnahme kann bis zu 90 Prozent durch Fördergelder bestritten werden. Möglich wird dies durch ein von der Landesdirektion aufgelegtes Programm mit der kompliziert klingenden Bezeichnung „Brachflächenrevitalisierung“. Wie der Name sagt, können damit Brachflächen beseitigt werden, „die aufgrund des strukturellen Wandels... oder der Umgestaltung von Gemeindegebieten nicht mehr  genutzt werden“.
 
Vor der Kür steht auch hier die Pflicht: Die Gemeinde muss in den nächsten Wochen die Fördermittel zunächst beantragen. Eine Entscheidung über die Bewilligung der Gelder ist nach Ansicht von Hannes Clauß „nicht mehr in diesem Jahr“ zu erwarten. Da erst danach die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden können, werde sich der Abriss der Schule sowie die Umgestaltung des Areals wohl auf die zweite Jahreshälfte 2012 verschieben. Ein weiterer Grund für die Verzögerung ist eine Bitte des letzten verbliebenen Mieters im Schulgebäude. Die Caritas Meißen habe bei der Gemeinde angefragt, noch bis Mitte 2012 die Räumlichkeiten nutzen zu dürfen, so Hannes Clauß. Bis dahin muss es auch räumliche Lösungen für gemeindeeigene Einrichtungen geben, die bislang in der früheren Grundschule beherbergt sind. Das sind unter anderem die Gemeindebibliothek, der Senioren- sowie der Jugendclub. Sie sollen in andere kommunale Gebäude umziehen, so Hannes Clauß. Dazu gebe es derzeit Überlegungen, jedoch noch keine Entscheidungen.
 
Ein weiteres Problem hat sich im Prinzip bereits fast von selbst gelöst. Da nämlich mit dem Schulhaus auch die bestehende Heizungsanlage für die benachbarte Gemeindeverwaltung sowie die Turnhalle verschwindet, war guter Rat gefragt. Die „rettende Idee“ kommt vom Stromversorger Enso. Er wird – einer Vereinbarung mit der Verwaltung folgend – künftig das Heizungssystem absichern und Anschlüsse für Turnhalle, das ebenfalls benachbarte Sportplatzgelände und das Verwaltungsgebäude
schaffen.
 
Neben der Turnhalle wird auch der Spielplatz auf dem Gelände vom Abriss unberührt bleiben. Fast jedenfalls. „Der Spielplatz soll noch erweitert werden“, kündigt Hannes Clauß an. In welcher Form,  darüber sei „noch nicht bis zu Ende gedacht“ worden. Spielplatz und Sporthalle sollen in jedem Fall die zentralen Punkte sein, um die sich die neue Grünanlage rankt.
 
Nach der Schließung der Grundschule Wülknitz mit Beginn des Schuljahres 2005/06 stand das Haus quasi von einem Tag zum anderen leer. Durch die Beherbung verschiedenster Einrichtungen und Mieter versuchte die Verwaltung trotzdem, das Haus einigermaßen weiter zu betreiben. Allerdings reichten die Einnahmen für die Gemeinde längst nicht aus, um das Haus wenigstens kostenneutral zu nutzen. 20 000 Euro pro Jahr mussten zugeschossen werden. Mit dem Abriss hat sich dieser Faktor dann endgültig erledigt.

(erschienen ider Sächsischen Zeitung Riesa am 4. November 2011)

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