Kino-Betreiber nach Neustart zuversichtlich
Nicht nur die Gröditzer freuen sich über die Wiedereröffnung des Castellos. Dort werden inzwischen auch Premierenfilme gezeigt. Aber an die ist nicht einfach ranzukommen, weiß Mario Götze.
 
Von Thomas Riemer
 
Ist es nun Mut, Leichtsinn oder Größenwahn? So mancher Gröditzer hat sich wahrscheinlich diese Frage gestellt, als er vom Betreiberwechsel des Kinos „Castello“ im Kleinstädtchen Anfang des Jahres hörte. Mario Götze aus Bad Liebenwerda, im Hauptberuf Informatiker, ist seit November 2011 der neue Betreiber. Anfang Februar wurde das Castello neu eröffnet. „Es wird sehr gut angenommen“, blickt Mario Götze auf die ersten Wochen zurück. Sicher, ausverkaufte Säle zählen längst nicht zum Alltag. „Es muss sich noch rumsprechen, dass mit dem Betreiberwechsel ein frischer Wind – weg vom Schmuddel-Image – eingezogen ist“, sagt Götze. Doch gemeinsam mit seinem Team hat er vor der Eröffnung keine Mühe gescheut, damit sich der Kinobesucher wieder wohl fühlt.
 
Ein Schlüssel des hoffnungsvollen Erfolgs ist natürlich das Filmangebot. „Wir versuchen, neue Filme so zeitnah wie möglich zu zeigen“, sagt Götze. Was nichts anderes heißt, als sich Schritt für schritt den Status eines Premierenkinos zu erwerben. „Da sind wir auf dem richtigen Weg“, glaubt der Geschäftsmann. Denn in diesen Ring hineinzukommen, ist alles andere als leicht. „Da ruft man nicht einfach mal so beim Filmverleih an“, so Götze vielsagend. Vielmehr müsse man sich einen Ruf erarbeiten. Das Gröditzer Castello sucht da nach besonderen angeboten. So wird zum Beispiel kommende Woche der Kinderfilm „Die Piraten – ein merkwürdiger Haufen“ in deutscher Erstaufführung zu sehen sein. „Jedes Kind, das zum Film ein selbstgemaltes Piratenbild mitbringt, erhält eine kleine Tüte Popcorn gratis“, verspricht Mario Götze. Weitere - ähnliche - Aktionen, passend zum jeweiligen Film und Gäste-Klientel, sind auch künftig zu erwarten. Und wer weiß, ob sich nicht unter die Gäste auch mal ein „Spion“ der großen Filmverleih-Firmen mischt.
 
Marktforschung über das Einzugsgebiet der Kino-Besucher hat Marco Götze bislang nicht betrieben. Doch angesichts fehlender Filmpaläste im Südbrandenburgischen sind natürlich Besucher aus diesem Raum zahlenmäßig recht stark vertreten. Gerade im Raum Plessa und Elsterwerda hat sich herumgesprochen, dass im „Castello“ ein frischer Wind weht. Doch natürlich sind die Gröditzer die allererste Zielgruppe. Denn die Gegend sei mit Kulturangeboten ja nicht unbedingt überschüttet, weiß auch Mario Götze.
 
Vor der Neueröffnung am 9. Februar war die Einrichtung einer kompletten Umgestaltung unterzogen worden. Der Vorhang musste repariert, sämtliche Leuchten ausgetauscht werden. Das Gros der 400 Stühle in den drei Sälen wurde einzeln gereinigt, gleiches galt für die Teppichbeläge. Das Foyer ist völlig neu gestaltet worden. Dazu gehören gepolsterte Sitzmöbel im Eingangsbereich und die neu gestaltete Theke mit Popcornwärmer und Kassensystem. Im großen Saal wurde die Dolby-Digital-Anlage sogar mit Funk verknüpft, um diesen Raum auch für Firmenpräsentationen später einmal nutzen zu können

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