Radwege werden jetzt einheitlich beschildert
Anschauliche Logos weisen Radwanderern künftig den richtigen Weg durchs Elbe-Röder-Dreieck. Die Schilder sind an die jeweiligen Landschaften und Ausflugsziele angelehnt.
 
Von Thomas Riemer
 
Bruno Kunath ist leidenschaftlicher Radwanderer. Der Finsterwalder ist regelmäßig auf zwei Rädern und mit Manneskraft unterwegs – oft mit der ganzen Familie. „Wir suchen immer wieder nach neuen Herausforderungen“, sagt er. „Bei uns in Südbandenburg kennen wir inzwischen die meisten Touren“, sagt er. Und deshalb weicht er auch gern mal ins benachbarte Sachsenland aus. Zuletzt auf den „idyllischen Floßkanalweg“, wie er sagt. Dort gebe es Natur pur, sanfte Strecken – und seit jüngstem auch ordentliche Wege-Verweise.
 
„Die Bauhofmitarbeiter unserer Mitgliedsgemeinden haben in den letzten Wochen die neuen Schilder der regionalen Radrouten auf Gemeindeflur angebracht“, bestätigen Anja Schober und Hannes Clauß vom Regionalmanagement Elbe-Röder-Dreieck (ERD). Die letzten Schildchen werden in diesen Tagen angebracht. Für insgesamt sechs Touren wurden extra neue Logos entworfen, die künftig dem Radwanderer den richtigen Weg durch Flora und Fauna, aber auch zu verschiedenen baulichen Sehenswürdigkeiten und touristischen Anziehungspunkten weisen.
 
Das Beschilderungskonzept der Gebietsgemeinschaft Elbe-Röder-Dreieck ist ein gemeinsames Projekt, das über das Regionalmanagement koordiniert wurde. Die Finanzierung der Schilder stammt aus dem Förderprogramm Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger und Eigenmitteln des Vereins, heißt es aus dem Regionalmanagement.
 
Die Idee für die Logos stammt nicht – wie vielleicht anzunehmen - aus der Feder eines Einzigen. Vielmehr wurden hier Ideen aufgegriffen, die teilweise auch auf Erfahrungswerten beruhen. Beispiel Kirchenradweg: Das Logo für diese Tour, die mehrere Gotteshäuser der Region unmittelbar berührt, stammt grundsätzlich vom Wildenhainer Pfarrer Harald Pepel. Er ist quasi der „Erfinder“ des Kirchenradweges. „Wir hatten uns seinerzeit den Verlauf der Tour mit jungen Leuten angeschaut, sind die gesamte Strecke abgefahren“, erzählt Pepel. Dabei hätten er und die Studenten festgestellt, dass der Weg sowohl über Flachland als auch – in Richtung Elbe – schon etwas hügliges Gebiet führt. Diese Erlebnisse und Erkenntnisse seien dann letztlich in der Logo-Idee zusammengeflossen. Hinzu kamen Gespräche vor Ort mit Besitzern von anliegenden Imbisseinrichtungen, Betreibern der Koselitzer Teiche sowie im Park in Tiefenau. Dabei habe es sehr viel Zustimmung gegeben, so Pepel. Die Beteiligten hätten das Logo „als etwas Integrierendes“ beurteilt.
 
Andere Gestaltungen der Beschilderung basieren – zum Beispiel bei der Mühlen- und Teichroute - auf Ideen von Elbe-Röder-Dreieck-Mitarbeiterin Katharina Türk, der „Expertin für solche Sachen“ im Gremium. Kreisradwegewart Hans-Jochen Gramann hatte seine Aktie an den Hinweisschildern für die Röderroute. Und Hilfe gab‘s auch von jenem Dresdner Planungsbüro, dass im Auftrag des ERD am touristischen Wegenetz des Einzugsgebietes feilte. Letztlich, so Anja Schober, wurden sämtliche Vorschläge in der Arbeitsgruppe Tourismus des ERD nochmals beraten und nach kleinen „Schönheitsoperationen“ bestätigt.
 
Während „normale“ Wanderwege bekanntlich eher durch bunte Punkte oder Balken sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf Tourismuskarten ausgewiesen sind, passt sich das ERD mit den Logos für die Radwege dem allgemeinen Trend an, sagt Anja Schober. Erste Reaktionen von Nutzern sind jedenfalls überwiegend positiv. Wie eben bei Bruno Kunath, der sich auch schon die dazugehörige Touristik- und Erlebniskarte besorgt hat. Harald Pepel, der Wildenhainer Pfarrer, ist „seinen“ Kirchenradweg in letzter Zeit noch nicht wieder komplett abgefahren. „Ich warte, bis die letzten Schilder angebracht sind“, sagt er. Viel Geduld muss er dafür nicht mehr aufbringen – denn die Bauhöfe der letzten Mitgliedsgemeinden des ERD sind nach Auskunft von Anja Schober bereits kräftig am Wirbeln und Verteilen.

Nach oben