Stadtmarketing-Verein hofft auf Preisgeld
Am Montag werden in Görlitz die Gewinner beim diesjährigen Städtewettbewerb „Ab in die Mitte“ in Görlitz geehrt. Strehla ist mit einem Projekt „Natürlich sinnvoll“ im Rennen.
 
Von Thomas Riemer
 
Strehla hat erneut Anlauf genommen. Beim Städtewettbewerb „Ab in die Mitte“ hoffen Rathaus und Stadtmarketingverein bei der Ehrung der Preisträger am Montag in Görlitz zu den Gewinnern zu gehören. Eine kleine Delegation wird dazu extra in die Neißestadt reisen – und bis zuletzt bangen. Zwar hat die Jury bereits am 26. September in interner Beratung entschieden. „Aber wie in den anderen Jahren ist tatsächlich nichts durchgesickert“, so Wolfgang Müller, zweiter Vorsitzender des Strehlaer Stadtmarketingvereins.
 
„Strehla natürlich sinnvoll“ ist der verheißungsvolle Titel des Projektes, mit dem die Stadt in diesem Jahr ins Rennen gegangen ist. Die Idee war eigentlich ziemlich simpel: Einwohner und Gäste sollen vorhandene Ressourcen zur Freizeitgestaltung nutzen und dabei die Möglichkeit erhalten, Natur, Umwelt und das eigene Körperbefinden zu erleben und sich wohl zu fühlen. Um das Projekt voranzutreiben, wurden Bürger, Vereine und Gewerbetreibende nach ihren Vorstellungen dazu befragt. Im Ergebnis entstand die Idee eines Rundweges, bei dem die Schulung und der Einsatz aller Sinne möglich ist, das Bewegungsempfinden sowie der Natur- und Umweltschutz gefördert wird“, so Wolfgang Müller. Gleichzeitig sei der Rundweg ideal gelegen, um die Parkanlage sowie das Strehlaer Schloss mit seinem Renaissancegarten kennen zu lernen und zu nutzen. Einen Überblick über die Parkanlage mit dem Rundweg werden zwei Lagetafeln sowie Faltblätter ermöglichen.
 
Das Projekt ist in vier Abschnitte untergliedert. Das erste Teilprojekt steht unter dem Oberbegriff „Bewegung“. Hier sollen sechs Motorikelemente aufgestellt werden, die auch von körperbehinderten Gästen genutzt werden können. Außerdem ist der Bau eines Kneippbeckens vorgesehen, das durch eine parkeigene Quelle gespeist wird. In einem zweiten Abschnitt geht es um das Thema „Wissen“. Hier schwebt den Initiatoren vor, an der wahrscheinlich ältesten Robinie in Sachsen im Strehlaer Schlosshof eine Baumscheibe mit historischen Bezügen zur Stadt aufzustellen. Mittels des bereits vorhandenen hydraulischen Widders werden die Besucher etwas über die Wasserversorgung des Schlosses aus tiefer gelegenen Quellen in früherer Zeit erfahren. Außerdem soll die Funktionsweise eines Baumtelefons entdeckt werden. Eine Informationstafel ganz in der Nähe erzählt vom Biber und dessen Nagespuren in der Umgebung. Außerdem wird nach dem Willen der Projektväter ein Großteil der über 100 Baum- und Pflanzenarten im Park beschildert. Im dritten Teilprojekt geht es um die Sinne. Den Planungen zufolge sollen ein Barfußpfad sowie ein Kräutergarten errichtet werden. Und um auch dem Brauchtum entsprechenden Raum zu geben, soll in einem vierten Abschnitt ein „Weg der Lieder“ zum Singen alter und neuer Volks- und Kinderlieder anregen.
An dem Wettbewerb in diesem Jahr beteiligt und Projekte eingereicht. „Die Breite der Teilnehmer hat enorm zugenommen“, so Wolfgang Müller. Trotzdem hofft er wie alle Mitstreiter, dass sich die Mühen gelohnt haben. Schließlich winken dem Sieger 30000 Euro an Preisgeld. Auch Anerkennungs- und Kreativpreise mit Geldzuwendungen werden ausgereicht. Damit ließe sich natürlich einiges umsetzen. „Das Geld wäre ideal für die Verwirklichung der Pläne“, ist sich Müller sicher. Und selbst, wenn es letztlich angesichts der Vielzahl der Bewerber nicht für den „großen Wurf“ reichen sollte, bleibt der Jugendherbergs-Chef optimistisch. „Wichtig ist, dass das Projekt auch danach nicht bloß auf dem Papier steht“, sagt er. Dann müsse man eben in kleineren Schritten an die Umsetzung gehen, fügt er hinzu.
 
Strehla gehört seit 2007 zu den regelmäßigen Teilnehmern am Wettbewerb der Städte- und Gemeinden. Im gleichen Jahr gelang dabei auch der bisher größte Erfolg. Für die Idee des „Roten Fadens“ gab es seinerzeit einen Anerkennungspreis mit einem Preisgeld von 8000 Euro.
 
(erschienen in der Sächsischen Zeitung, Ausgabe Riesa, am 8. Oktober 2011)

Nach oben