Vandalen toben sich am Dorfplatz aus
An der Nünchritzer Litfaßsäule werden regelmäßig Plakate abgerissen. Auch Schaukästen werden beschädigt. Die Gemeinde muss dafür aufkommen.
 
Von Thomas Riemer
 
Eigentlich ist der Nünchritzer Dorfplatz ein Ort der Begegnung und der Ruhe. Gern nehmen Anwohner – vor allem die älteren – hier Platz auf den Bänken, um sich zum Plausch zu treffen. Im Schaukasten der Gemeinde werden die öffentlichen Bekanntmachungen studiert, an der Litfaßsäule Veranstaltungsankündigungen für die nächsten Tage gesucht und gefunden.
Alles könnte so schön und idyllisch sein. Wenn es da nicht immer wieder diese Zerstörungen gäbe. Erst vor ein paar Tagen, an einem Sonntag, bot sich den Passanten wieder ein trauriger Anblick. Vandalen hatten zahlreiche Plakate an der Litfaßsäule wahllos abgerissen und zerfetzt. Die Papierreste lagen teilweise auf der Erde und wurden vom Wind in alle Richtungen zerstreut. Auch ein paar Meter entfernt stehende Schaukästen wurden beschädigt. Zwar blieben die Scheiben diesmal heil, dafür jedoch verschwanden Aufsätze, die die Tafeln eigentlich sonst verzieren. Anwohner zucken ratlos mit den Schultern. Vermutlich haben sich hier zu nächtlicher Stunden wieder einmal angetrunkene und „mutige“ Jugendliche ausgetobt, sagen sie hinter vorgehaltener Hand.
„Dort wird öfter etwas abgerissen“, kommentiert der für derlei Angelegenheiten zuständige Sachgebietsleiter im Nünchritzer Rathaus, Ullrich Matthees, das Geschehen. Im Fall der Litfaßsäule räumt er zwar ein, dass hin und wieder auch durch den Regen Plakate aufgeweicht und dadurch von der Fläche gelöst werden können. Doch zumeist müsse blinde Zerstörungswut vermutet werden. Die Arbeit habe in jedem Fall der Bauhof der Gemeinde, der die Papierreste dann aufsammeln und entsorgen muss.
Größere Bauchschmerzen bereiten da die Schäden an den Gemeindeschaukästen. Denn betroffen sind meist nicht nur die am Dorfplatz, sondern auch an der Glaubitzer Straße, so Ullrich Matthees. Dort gingen in der Vergangenheit schon des öfteren Scheiben zu Bruch, was natürlich unterm Strich auch finanziell eine größere Belastung mit sich bringt. Denn je nach Beschaffenheit und Material der zu erneuernden Scheiben – Glas oder Kunststoff - kann das ziemlich teuer werden. Zudem seien die Schäden nicht von einer Minute zur anderen beseitigt. „Da hat ein Arbeiter schon eine Weile zu tun“, so Matthees. Wie hoch die jährlichen Aufwendungen für die Schadensbeseitigung sind, ist allerdings nicht bekannt. Dass die Gemeinde das Geld wieder sieht, ist zu bezweifeln. Zwar werden in jedem Fall von Sachbeschädigung Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Doch höchst selten wurden bislang auch Täter ermittelt, so der Sachgebietsleiter. Dass es sich am besagten Wochenende tatsächlich um eine mutwillige Zerstörung handelte, dafür spricht die Tatsache, dass unweit des Dorfplatzes auch noch ein Verkehrsschild einfach umgekippt wurde.
(erschienen in der Sächsischen Zeitung Riesa am 27. September 2011)

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